Die akute Bronchitis
Draußen wird es kälter, unsere Bronchien werden durch die trockene Heizungsluft und vielen Erkältungsviren wieder mehr belastet und die Zahlen der akuten Bronchitis Fälle in den Arztpraxen steigen an. Eigentlich jedes Jahr das Gleiche. Hier erkläre ich Dir, was eine akute Bronchitis ist und wie Du sie eventuell sogar vermeiden kannst – auf einen natürlichen Weg. Vorab darfst Du gern nochmal meinen Beitrag über den Aufbau der Lunge bzw. des Bronchialtrakts lesen. Falls Du auch an der Physiologie der Atmung interessiert bist, schau Dir gern diesen Beitrag an.
Let´s go!
Ursachen der
akuten Bronchitis
Die akute Bronchitis wird in den Wintermonaten zum Promi der Arztpraxen – alle haben sie in den Gedanken und versuchen, sie zu vermeiden. Doch das klappt leider nicht immer. Zu 90% wird sie durch Viren ausgelöst und zu 10% durch Bakterien, die wir durch die Atemwege oder eine Schmierinfektion aufnehmen. So ist die Bronchitis oft auf eine Infektion der Luftröhre zurückzuführen. Ich denke, wir alle nehmen diese Erreger auf, doch einige von uns haben ein intaktes Immunsystem und können ihnen Widerstand leisten. Die zweite Ursache ist also eine Abwehrschwäche. Dazu kommen trockene Heizungsluft (unsere Bronchien werden nicht genügend befeuchtet), Stäube, Gase und bei einigen von uns das Rauchen von Tabak.
All diese Ursachen haben eines gemeinsam: Sie schwächen unsere Bronchien, indem sie immer wieder Entzündungen verursachen. Bei trockener Luft können unsere Bronchien nicht mehr genügend Schleim produzieren, der für den Abtransport von Viren/ Bakterien sorgt. Die Erreger haben also eine größere Chance, sich auszubreiten und den Bronchialtrakt für sich zu gewinnen. Durch Stäube, Gase oder Tabakrauch sind die Abwehrzellen unseres Atemsystems eh schon belastet, wodurch sie nur noch schwach auf Erreger wie Viren und Bakterien reagieren können. Außerdem schädigen sie bei langanhaltender Belastung unsere Schleimdrüsen, wodurch wiederum weniger Schleim produziert werden kann.
Symptome und Komplikationen
der akuten Bronchitis
Allgemein lässt sich sagen, dass wir bei einer akuten Bronchitis Schnupfen haben, Halsschmerzen, eventuell Kopf- und Gliederschmerzen und natürlich fühlen wir uns abgeschlagen. In den ersten 1-3 Tagen besteht ein unproduktiver Husten, es kommt also noch kein Schleim raus. Danach husten wir den Schleim ab, bis die Krankheit ausgeheilt ist.
Bei einer viralen Infektion ist der Auswurf („Sputum“) glasig-weiß und sehr zäh. Wir haben mäßiges Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, sowie ein Brennen hinter dem Brustbein beim Husten oder Atmen. Hinzu kommen Heiserkeit und eine allgemeine Abgeschlagenheit.
Bei der bakteriellen Infektion ist das Sputum eher grün/ gelb und so richtig eitrig-schleimig. Klingt eklig, ist es auch. Das Fieber kann ziemlich hoch werden und auch hier haben wir ein Brennen im Brustraum.
Wenn der Körper auch bei einer Bronchitis weiterhin mit Tabakrauch belastet wird, kann sich die akute Bronchitis so lange ziehen, bis sich eine chronische Bronchitis entwickelt. Und das ist wirklich nicht schön, also bitte bei einer Krankheit wie dieser immer schön alles auskurieren und das Rauchen sein lassen!
Diagnostik
Eine akute Bronchitis wird beim Abhören und Abklopfen nicht weiter auffällig sein, die Perkussion ist sonor und die Auskultation ergibt ein normales Atemgeräusch mit eventuell feuchten Atemnebengeräuschen (im späteren Stadium). Auch die Lungenkapazitäten sind im Normbereich. Wenn Du mehr über diese Begriffe oder allgemein über die Lungendiagnostik wissen willst, lies gern meinen Beitrag hierzu.
Komplikationen
Natürlich kann sich eine akute Bronchitis auch noch ausweiten, was zum Glück aber nicht oft passiert. Wenn man jedoch bereits Vorerkrankungen, wie COPD, Lungenemphyseme oder Asthma hat, kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen. Hierzu zählen eine sog. Bronchopneumonie (also eine Lungenentzündung aufgrund der Bronchitis) und eine bakterielle Superinfektion. Die Entzündung breitet sich also aus und umfasst schließlich die gesamte Lunge bzw. greift weitere Organe des Körpers an.
Therapie:
Allgemeinmedizinisch
Erstmal verordnen Ärzte/-innen Rauchverbot bzw. die Vermeidung von Gasen und Schadstoffen, die man durch die Atemwege aufnimmt. Dann erfolgt die symptomatische Behandlung; Fiebersenkende Mittel, Erhöhen der Trinkmenge (um die Schleimhaut der Bronchien feucht zu halten), Nasenspray, schleimlösende Präparate (sog. Expektoranzien) und schmerzlindernde Medikamente. Falls die akute Bronchitis durch Bakterien verursacht wurde, werden Antibiotika gegeben.
Therapie:
Alternativmedizinisch
Schröpfen:
Hier werden Schröpfgläser auf einen bestimmten Bereich gesetzt, der für das jeweilige innere Organ steht. Die Lungen- und Bronchialzone ist beispielsweise im oberen Brustwirbelsäulenbereich zu finden. Durch ein erzeugtes Vakuum in den Gläsern wird die Haut angehoben und so mehr durchblutet. Ein Versuch ist es immer wert!
Ernährung:
Natürlich ausreichend Wasser und Tee trinken! Mindestens 2 Liter pro Tag sollte zu schaffen sein. Das hält die Schleimhäute feucht und verflüssigt den Schleim, damit er besser abgehustet werden kann. Außerdem sollte auf eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen geachtet werden, nichts Neues also!
Physikalische Therapie:
Wärme bzw. Kälte haben oft einen guten Einfluss auf Krankheiten. Bei einer akuten Bronchitis können Kältewickel auf der Brust entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Wenn Du dabei jedoch frierst, solltest du diese Anwendung nicht durchführen. Der Wärmewickel kommt eher bei einer chronischen Bronchitis zum Einsatz. Er kann mit Zitrone und Heu angereichert werden.
Phytotherapie:
Die guten, alten Heilpflanzen finden natürlich auch hier ihren Einsatz! Am Anfang, wenn noch trockener Reizhusten besteht, können schleimhaltige Pflanzen eingenommen werden, wie zum Beispiel Huflattichblätter, Eibischwurzel/-blätter, Spitzwegerichkraut oder isländisch Moos. In der Phase des produktiven Hustens können Expektoranzien eingesetzt werden, wie Primelwurzel, Königskerzenblüten und Efeublätter. Thymiankraut und Sonnentaukraut haben zusätzlich krampflösende Eigenschaften.
Aromatherapie:
Hier bitte vorsichtig sein und nicht bei Kleinkindern verwenden, außer, die Öle sind extra für Kleinkinder und Babys hergestellt worden! Als Inhalation wirken bei einer akuten Bronchitis Eukalyptus, Thymian, Sibirische Tanne, Tulsi, Basilikum oder Douglastanne. Das kann man entweder in der Luft zerstäuben und so inhalieren oder aber auch auf die Brust und den oberen Rücken verteilen. Gute Öle findest Du hier.

Hi! Mein Name ist Anna, ich bin gelernte Physiotherapeutin und Heilpraktikerin und komme aus dem wunderschönen Hamburg. Mit diesem Blog will ich Dir all mein gelerntes Wissen aus dem Unterricht, den Skripten, Fachbüchern und Fortbildungen näher bringen. Denn ich finde: Medizin sollte einfach und verständlich erklärt werden! Viel Spaß beim Durchstöbern! 🙂


