Bauchspeicheldrüse Aufbau und Funktion
Die Bauchspeicheldrüse oder auch „Pankreas“ ist eine der wichtigsten Drüsen in unserem Körper. Ohne sie wird es schwer, zu überleben! Warum? Weil sie die wichtigste Verdauungsdrüse ist! Doch bevor wir tiefer in die Funktionen des Pankreas gehen, beschäftigen wir uns erstmal mit dem Aufbau. Also, Tee bereitstellen und los gehts mit der Bauchspeicheldrüse Aufbau und Funktion! 🙂
Lage
Das Pankreas (nein, nicht DER Pankreas, sondern DAS Pankreas) liegt in den Tiefen des linken Oberbauchs (Höhe LWK 1-2) und wird vom Duodenum (Zwöffingerdarm) eingeschlossen, jedenfalls der Kopf der Bauchspeicheldrüse. Der Schwanz des Pankreas liegt an der Milz, hinter ihm ist die Aorta (Bauchschlagader), die untere Hohlvene, sowie natürlich die Wirbelsäule. Vor der Bauchspeicheldrüse liegt zum Einen der Magen und das Bauchfell, zum Anderen aber auch das große Netz, welches sich zum Schutz über den gesamten Darm-Trakt legt. Sie liegt retroperitoneal, d.h. sie wird nicht vom Bauchfell (Peritoneum) umgeben.
Aufbau
Die liebe Bauchspeicheldrüse ist 15-20cm lang, 1-3cm dick und ca. 80g schwer und besteht im Groben aus drei Abschnitten; Dem Caput (Kopf), dem Corpus (Körper) und der Cauda (Schwanz). Sie besteht außerdem aus vielen, kleinen, beerenförmigen Drüseneinheiten, welche sich dann zu sog. Drüsenläppchen zusammen tun. Das Drüsengewebe wird auch „Parenchym“ genannt, es bildet die Funktionseinheit des Pankreas. Die Ausführungsgänge von ihnen münden alle in den Ductus pankreaticus, dem Bauchspeicheldrüsengang. Dieser durchzieht das gesamte Organ und mündet dann am Ende in der Papilla vateri/ Papilla duodeni major, also im Zwöffingerdarm, gemeinsam mit dem Gallengang. Bei 20% der Menschen finden wir sogar zwei Mündungen in den Dünndarm, eine für den Bauchspeicheldrüsengang und eine für den Gallengang.
Bauchspeicheldrüse Aufbau und Funktion
Wir wissen es denke ich alle: Das Pankreas schüttet die Hormone Insulin und Glukagon aus und wirkt damit stark bei der Blutzuckerregulierung mit. Und irgendwie gibt es da auch noch Enzyme und den Pankreassaft. Lass uns das mal alles in unseren Köpfen aufräumen:
Die exokrinen Drüsen
„Exokrin“ bedeutet äußere Sekretion. Also es wird etwas ins Äußere des Pankreas befördert. Das sind die Verdauungsenzyme und das Bicarbonat, welche im Dünndarm landen (durch die Papilla vateri). Davon produziert die Bauchspeicheldrüse täglich ca. 1,5 Liter! Es ist farblos und hat einen alkalischen pH-Wert, ist also eine Lauge. Wenn der Nahrungsbrei aus dem Magen in den Zwölffingerdarm kommt, wurde er ja mit der Magensäure vermischt. Die Magensäure ist sehr, sehr sauer. Also brauchen wir etwas, das das Ganze neutralisiert und hier kommt der Pankreassaft, sowie die Galle und der Dünndarmsaft ins Spiel. Wenn sie nicht da wären, könnten unsere Enzyme und Hormone im Verdauungstrakt gar nicht arbeiten. Die wichtigsten Enzyme sind Proteasen zur Eiweißverdauung, Amylasen zur Kohlenhydrate-Teilung und die Lipasen zur Fettverdauung. Das alles wird mit Bicarbonat gemischt und schwuppdiwupps entsteht ein super Verdauungssaft des Pankreas!
- Enzyme zur Eiweißverdauung: Trypsinogen, Chymotrypsinogen (beides Vorstufen, Aktivierung erst im Dünndarm, spalten Eiweiße auf), Carboxypeptidase (spaltet einzelne Aminosäuren von Eiweißmolekülen ab)
- Enzyme zur Kohlenhydratverdauung: Pankreas-Alpha-Amylase (spaltet pflanzliche Stärke bis zu Maltose)
- Enzyme zur Fettverdauung: Lipase (spaltet Fettsäuren von Neutralfetten ab)
Die endokrinen Drüsen
„Endokrin“ bedeutet innere Sekretion, diese Drüsen geben ihr Produkt also ins Blut des Pankreas ab und nicht durch den Ductus in den Zwölffingerdarm. Die endokrinen Drüsen produzieren Hormone für den Kohlenhydratstoffwechsel, das berühmte Insulin und Glukagon. Sie bilden im Pankreas sogenannte „Langerhans-Inseln“ und sehen auch tatsächlich wie Inseln aus. Hauptsächlich befinden sich diese Zellen im Körper und im Kopf der Bauchspeicheldrüse.
- A-Zellen: Bilden Glucagon (Hormon, sorgt für Steigerung des Blutzuckerwerts durch Zuckerabbau in der Leber und Zuckerneugewinnung, die Gluconeogenese)
- B-Zellen: Bilden Insulin (Hormon, sorgt für eine Senkung des Blutzuckerspiegels. Wenn wir zu wenig davon haben, erkranken wir an Diabetes mellitus)
- D-Zellen: Bilden Somatostatin (Hormon, das für den Stopp der Verdauung zuständig ist. Es hemmt die Magensäurebildung, die Bildung des Pankreassafts und die Mortalität, also Bewegung des Magen-Darm-Trakts)
Wer reguliert die
Bauchspeicheldrüse
und die Gallenblase?
Wenn die beiden Säfte so wichtig sind, muss es doch auch Hormone geben, die die beiden regulieren oder? Aber natürlich gibt es sie! Zum Einen haben wir da das Sekretin (das habe ich bereits in meinem Beitrag zur Gallenblase beschrieben). Dieses Hormon steigert die Pankreassaft- und Gallensaftbildung, sowie die Ausschüttung von Insulin. Zum Anderen gibt es das sog. CCK-PKZ (Cholezystokinin-Pankreozymin), welches dafür sorgt, dass dem Pankreassaft mehr Enzyme beigemischt werden und, dass die Gallenblase kontrahiert, sich also zusammenzieht und somit den Gallensaft abgibt. Beide Hormone stammen aus dem Zwölffingerdarm, dem Duodenum. Sie werden freigesetzt, sobald der saure Nahrungsbrei aus dem Magen ankommt.
Das war die hormonelle Kontrolle der Gallenblase und des Pankreas, es gibt aber auch noch die nervale Kontrolle; Unser Vagusnerv ist auch noch ein großer Mitspieler, wie immer, und setzt auch Sekretionsreize. Dies macht er vor Allem, wenn er auf „Parasympathikus“ geschaltet ist, wir also ruhen und keinen Stress oder Aufregung haben. Dann sagt er dem Verdauungstrakt: Verdauen bitte! Womit Pankreas und Leber anfangen, ihre Säfte zu bilden.
Ein schönes Video zur Bauchspeicheldrüse Aufbau und Funktion findest Du hier.

Hi! Mein Name ist Anna, ich bin gelernte Physiotherapeutin und Heilpraktikerin und komme aus dem wunderschönen Hamburg. Mit diesem Blog will ich Dir all mein gelerntes Wissen aus dem Unterricht, den Skripten, Fachbüchern und Fortbildungen näher bringen. Denn ich finde: Medizin sollte einfach und verständlich erklärt werden! Viel Spaß beim Durchstöbern! 🙂



