Chronische Bronchitis

Die chronische Bronchitis ist die häufigste chronische Lungenerkrankung bei uns in Europa und auch die häufigste Ursache für eine sogenannte respiratorische Insuffizienz (bedeutet, dass der Gasaustausch in der Lunge nicht mehr vernünftig stattfindet und somit der Körper einen Sauerstoffmangel erleidet). Etwa 20% aller Männer erkranken an der chronischen Bronchitis (Männer 3:1 Frauen), natürlich ist der Hauptrisikofaktor das Rauchen. Allgemein ist zu sagen, dass die chronische Bronchitis eine Ausschlussdiagnose ist, d.h. dass die Ärzte/-innen erstmal alles andere ausschließen müssen, bis diese Diagnose gestellt werden darf. Manche denken, dass eine COPD das Gleiche sei, das ist sie jedoch nicht! Um hier direkt einmal Klarheit rein zu bringen, definieren wir erstmal die Begriffe. Let´s go! 🙂

Definitionen:
chron. Bronchitis und COPD

Man kann die chronische Bronchitis von einer COPD abgrenzen, im Grunde genommen ist die COPD aber sozusagen die Endstation der chronischen Bronchitis. Nach langjährigem Rauchen bekommt man erst die chronische Bronchitis und später dann die COPD. Laut WHO lassen sich die beiden Krankheiten wie folgt definieren:

chronische Bronchitis

„Husten und Auswurf bestehen an den meisten Tagen während mindestens drei Monaten in zwei aufeinander folgenden Jahren“

COPD

= „chronic obstructive pulmonary disease“ , „Sammelbezeichnung für nicht vollständig reversible, progrediente, obstruktive Atemwegserkrankungen, assoziiert mit abnormer Entzündung der Bronchialschleimhaut.“

(auf Normaldeutsch: ein Sammelbegriff für Krankheiten, die nicht mehr zu beheben sind, ständig fortlaufen und schlimmer werden und die Atemwege einengen. Das Ganze dann mit einer hochgradigen Entzündung der Bronchialschleimhaut)

Ursachen der
chronischen Bronchitis

Zu 90% ist das langjährige Rauchen die Ursache, das wissen wir wohl alle. Doch es gibt auch noch andere Risikofaktoren, die nichts mit Nikotin zu tun haben. Zum Beispiel können andere Stäube oder Gase über einen langen Zeitraum eingeatmet werden, die die Bronchialschleimhaut zerstören. Zudem haben manche Menschen genetisch bedingt bereits hypersensible Schleimhäute in den Bronchien (Asthmatiker), womit sie sehr viel anfälliger für Atemwegserkrankungen sind. Außerdem können andere Erkrankungen, wie z.B. Emphyseme, Lungenfibrosen, Asthma oder Thoraxverformungen (Verformungen des Brustkorbs) Ursachen für die chronische Bronchitis sein.

Symptome

Hier erfährst Du mehr über die Symptome, Ursachen und Behandlung der akuten Bronchitis!

Eine Sache noch zur Klärung: Bei der chron. Bronchitis besteht keine Gefahr der Ansteckung, da es sich nicht um virale/ bakterielle Entzündungen handelt, sondern um Entzündungen, die aufgrund von schlechter Atemluft/ eingeatmeten Giften entstehen!

einfache chronische Bronchitis

Bei der einfachen chronischen Bronchitis beginnt die Bronchialschleimhaut bereits zu hypertrophieren, d.h. sie wird dicker. Dies passiert durch die anhaltende bzw. immer wiederkehrende Entzündung der Schleimhaut. Durch die Verdickung entstehen Funktionsminderungen, das Flimmerepithel und seine Zilien sind überfordert, die Schleimproduktion ist erhöht. Es besteht jedoch noch keine Obstruktion! Das heißt im Wesentlichen: morgendlicher schleimiger, weißer Auswurf mit Husten.

eitrige chronische Bronchitis

Die eitrige chronische Bronchitis sieht schon anders aus: Hier haben wir die bereits beschriebene Hypertrophie der Bronchialschleimhaut, die erhöhte Schleimproduktion UND eine Verengung der Bronchiolen. Diese Obstruktion entsteht durch eine Verdickung der Bronchialwände (als Reaktion auf die langanhaltende Entzündung baut unser Körper immer gern das betroffene Gewebe um, um es „stärker“ werden zu lassen. Das führt jedoch zu einem starken Funktionsverlust des Gewebes). Symptomatisch bekommen wir also Husten mit eitrigem, grünem Auswurf (v.A. morgens) und einer sog. Belastungsdyspnoe. Das bedeutet, dass wir unter Belastung an Atemnot leiden. Ein zusätzlicher Leistungsabfall kann bestehen.

COPD

Nun sind wir bei der COPD angekommen. Beim Übergang von der eitrigen chronischen Bronchitis zur COPD können übrigens die Entzündungszeichen erhöht sein, wie Nachtschweiß oder Fieber. Besteht die COPD bereits, haben wir folgende Symptome: Unsere Bronchialschleimhaut ist bereits atrophiert (untergegangen), der gesamte Bronchialtrakt ist zerstört und nicht mehr wirklich funktionsfähig, die Bronchien kollabieren bei der Ausatmung und so entstehen Zyanosen (abgestorbene Bereiche). Die erhöhte Schleimproduktion macht das Ganze nur noch schlimmer. Der Auswurf ist nun eher bräunlich durch das Blut, welches von der stark verletzten Bronchialschleimhaut kommt, wir erleiden große Atemnot und einen enormen Leistungsabfall, der bis zur Invalidität führen kann.

chronische Bronchitis

Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt natürlich bei einem Arzt/ einer Ärztin. Zuerst wird abgehört. Die Behandelnde Person hört ein leises Atemgeräusch und eventuell trockene Atemnebengeräusche (Pfeifen, Giemen, Brummen). Danach erfolgt das Abklopfen, hier ist der Ton sehr hohl (Hypersonor). Bei der Lungenfunktionsprüfung ergibt sich ein erhöhtes Residualvolumen, sowie eine erniedrigte Vitalkapazität. Wenn Du mit diesen Begriffen nichts anfangen kannst, lies gern in meinem Beitrag zur Lungendiagnostik nach 🙂

Allgemein-
medizinische
Therapie

Die chronische Bronchitis wird mithilfe eines Stufenplans medikamentös behandelt. Die Patienten/-innen sind hier jedoch oftmals bereits bei der COPD angelangt. Die Medikamente gleichen denen, die auch bei Asthma bronchiale angewandt werden ( Hier gelangst Du zu meinem Beitrag über Asthma und seine Therapie ).

Da am Anfang noch lediglich eine leichte Atemnot bei Anstrengung besteht, werden hier auch nur bei Bedarf Bronchodilatatoren gegeben (diese erweitern die Bronchien). Wenn der/ die Betroffene weiter raucht oder sich weiterhin den Schadstoffen zuwendet, wird auch die COPD schlimmer. Irgendwann wird eine langzeitige Inhalation verschrieben, am Ende müssen die Patienten/-innen an einer Sauerstoffflasche hängend durch die Welt gehen. Falls sie an einem Atemwegsinfekt erkranken, wird dieser sofort mit Antibiotika behandelt, da man jeden weiteren Schaden der Bronchien vermeiden will.

Alternativ-
medizinische 
Therapie

Schröpfen:

Hier werden Schröpfgläser auf einen bestimmten Bereich gesetzt, der für das jeweilige innere Organ steht. Die Lungen- und Bronchialzone ist beispielsweise im oberen Brustwirbelsäulenbereich zu finden. Durch ein erzeugtes Vakuum in den Gläsern wird die Haut angehoben und so mehr durchblutet. Ein Versuch ist es immer wert!

Ernährung:

Natürlich ausreichend Wasser und Tee trinken! Mindestens 2 Liter pro Tag sollte zu schaffen sein. Das hält die Schleimhäute feucht und verflüssigt den Schleim, damit er besser abgehustet werden kann. Außerdem sollte auf eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen geachtet werden, nichts Neues also!

Physikalische Therapie:

Wärme bzw. Kälte haben oft einen guten Einfluss auf Krankheiten. Bei einer akuten Bronchitis können Kältewickel auf der Brust entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Wenn Du dabei jedoch frierst, solltest du diese Anwendung nicht durchführen. Der Wärmewickel kommt eher bei einer chronischen Bronchitis zum Einsatz. Er kann mit Zitrone und Heu angereichert werden.

Phytotherapie:

Die guten, alten Heilpflanzen finden natürlich auch hier ihren Einsatz! Am Anfang, wenn noch trockener Reizhusten besteht (akute Bronchitis), können schleimhaltige Pflanzen eingenommen werden, wie zum Beispiel Huflattichblätter, Eibischwurzel/-blätter, Spitzwegerichkraut oder isländisch Moos. In der Phase des produktiven Hustens (chronische Bronchitis/ COPD) können Expektoranzien eingesetzt werden, wie Primelwurzel, Königskerzenblüten und Efeublätter. Thymiankraut und Sonnentaukraut haben zusätzlich krampflösende Eigenschaften.

Aromatherapie:

Hier bitte vorsichtig sein! Als Inhalation wirken bei einer akuten Bronchitis Eukalyptus, Thymian, Sibirische Tanne, Tulsi, Basilikum oder Douglastanne. Das kann man entweder in der Luft zerstäuben und so inhalieren oder aber auch auf die Brust und den oberen Rücken verteilen. Bei einer chronischen Bronchitis muss man aufpassen, dass die ätherischen Öle nicht zu einer zusätzlichen Verengung der Bronchien führen, deswegen ist eine einfache Befeuchtung der Luft angebracht. Man kann dann verschiedene Öle vorsichtig ausprobieren. Gute Öle findest Du hier.