Zusammenspiel von Zink und Kupfer im Körper

Wenn man sich mit dem Zusammenspiel von Zink und Kupfer im Körper befasst, kommt man sehr schnell zu der Information, dass sie sich gegenseitig stark beeinflussen. Ich erkläre Dir hier genauer, warum das so ist und wo es ein Zusammen- und Gegenspiel zwischen den beiden Spurenelementen gibt.

Aufnahme

Kurz zusammengefasst nehmen wir Zink über unsere Nahrung auf, womit es im Darm landet. Hier kann es entweder in Metallothioneinen gespeichert, oder durch spezielle Zinktransporter (ZIPs/ ZnTs) ins Blut resorbiert werden. Im Blut bindet es an Albumin (Taxi) und gelangt so zu den Zellen.

Bei Kupfer sieht das Ganze etwas anders aus: Es wird in den Darmzellen entweder an Metallothioneinen gebunden und kommt dann nicht mehr weiter, wird also ausgeschieden. Oder es wird von speziellen Transportproteinen (CTR1/ ATP7A) in die Pfortader eingeschleust und gelangt durch das Taxi Albumin zur Leber. Die Leber speichert das Kupfer und bindet es bei Bedarf an Caeruloplasmin, welches es dann zu den Zellen überall im Körper befördert.

Diese Aufnahmeprozesse sind für das weitere Zusammenspiel der Spurenelemente entscheidend.

Warum keine gleichzeitige Einnahme
von Zink und Kupfer?

Ich habe oben bereits die Metallothioneine erwähnt. Diese sind ein Puffer/ Speicher für Zink. Sie binden aber auch super gern an Kupfer, weil sie unseren Körper vor übermäßigem Kupfergehalt schützen wollen (Kupfer kann bei Übermengen schnell toxisch werden). Das wollen die Metallothioneine also verhindern.

Das Problem ist aber, dass sie durch die Einnahme von Zink erst gebildet werden. Wenn wir also viel Zink einnehmen, haben wir auch viele Metallothioneine in unseren Darmzellen. Und die binden das Kupfer, welches wir gerade zusammen mit Zink eingenommen haben. Das Kupfer kommt somit nicht ins Blut, sondern wird durch diese Bindung einfach mit dem Stuhl ausgeschieden.

Bedeutet: Bei gleichzeitiger Einnahme von Zink und Kupfer, kann das Zink zwar noch problemlos über seine Zinktransporter ins Blut aufgenommen werden und zu den Zellen geschickt werden, das Kupfer bleibt jedoch im Darm hängen und wird einfach ausgeschieden, ohne eine Zielzelle gesehen zu haben.

Also falls Du beides supplementierst: Immer zu verschiedenen Zeiten, z.B. Kupfer morgens und Zink abends.

Das Verhältnis ist wichtig

In der Literatur wird häufig ein Verhältnis von 8:1 (Zink:Kupfer) als Orientierungswert genannt. Es gibt Menschen, die weder das Eine, noch das Andere supplementieren müssen. Es gibt auch Menschen, die beides in hohen Dosen nehmen müssen. Und es gibt sehr viele dazwischen. Um wirklich herauszufinden, was und wieviel Du benötigst, solltest Du eine Laboranalyse der Werte im Vollblut machen lassen. Die Ergebnisse besprichst Du mit einer Fachperson und ihr fangt an, ein gutes Verhältnis zwischen Zink und Kupfer in deinem Körper zu schaffen. Dieser Prozess kann dauern und ist natürlich auch nicht gesondert zu sehen. Einige andere Blutwerte müssen auch noch mit einbezogen werden, wie z.B. Eisen. Also: Analyse – Einnahme über drei Monate – Analyse – Einnahme optimieren – Analyse usw.

Warum beide Spurenelemente
wichtig sind

Zink und Kupfer arbeiten in vielen Systemen unseres Körper zusammen. Natürlich nicht nur die beiden allein dargestellt, sondern in Verbindung mit weiteren Stoffen. Ein gutes Beispiel für ihre Zusammenarbeit ist die Superoxiddismutase 1 (SOD1). Dieses Enzym ist sehr wichtig im Bekämpfen von freien Radikalen, die für Zellschäden sorgen können. Zink sorgt für die Stabilität der SOD1 und Kupfer wirkt als Katalysator, ist also ihr Treibstoff.

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