Die Speiseröhre
(Oesophagus)
Die liebe Speiseröhre ist ein wichtiger Teil unseres Verdauungssystems, auch wenn sie „nur“ die Nahrung weiterleitet. Hier erfährst Du nun viele spannende Fakten über den Aufbau und die Funktion des Oesophagus! Let’s go!
Die Speiseröhre
(Oesophagus) – Aufbau
Der Oesophagus ist ein 25cm langer Muskelschlauch, welcher sich bis zu 3,5cm öffnen kann. Er liegt hinter der Luftröhre und vor der Halswirbelsäule, ca. auf Höhe des 6. Halswirbels bis zum 10./11. Brustwirbel. Seine Funktion ist, wie schon erwähnt, das Weitergeben der Nahrung zum Magen durch Peristaltik. Wie so viele Organe des Verdauungstrakts besteht auch der Oesophagus aus vier Schichten. Erst einmal die Mukosa (Schleimhaut), welche für den Schleim zuständig ist, damit auch alles ordentlich flutschen kann. Danach kommt die Submukosa, welche aus Bindegewebe besteht. Hier findet die Blutversorgung mit den Blutgefäßen und die nervale Innervation durch die Nerven statt. Gleich danach kommt die Muskularis (also die Muskelschicht). Anders als im Magen, haben wir hier innen die Ringmuskulatur und außen die Längsmuskulatur. Der Magen stellt eine Ausnahme dar, da er drei Muskelschichten besitzt. Mehr dazu findest Du in meinem Beitrag zum Magen. Und zu guter Letzt haben wir noch die Adventitia, die die Abgrenzung zur Umgebung darstellt. Über der Speiseröhre ist der Kehlkopf, unter ihr befindet sich der Magen. Auf ihrem Weg tritt sie durch das Zwerchfell, diese Stelle nennt man auch „Hiatus oesophagus“.
Die Speiseröhre- Anatomische Engstellen
Eigentlich ist der Ösophagus ja ziemlich dehnbar, sonst würde er seiner Funktion nicht gerecht werden können. Doch es gibt drei natürliche Engpässe, an denen die Flexibilität der Speiseröhre eingeschränkt ist. Dies ist wichtig zu wissen, denn hier können durch Steckenbleiben der Nahrung so einige Krankheiten entstehen! Die erste Engstelle befindet sich am Kehlkopf, genauer gesagt am Ringknorpel. Die zweite Engstelle liegt ca. in der Mitte der Speiseröhre, nämlich an der Teilung der Luftröhre in die zwei Hauptbronchien (diese Stelle wird auch „Bifurkation“ genannt). Hier legt sich auch der Aortabogen an die Speiseröhre, da wird also ordentlich gekuschelt – auf engem Raum. Der letzte Engpass stellt der Durchtritt der Speiseröhre durch das Zwerchfell dar (Hiatus oesophagus). Hier ist die Speiseröhre lediglich durch ein Band mit dem Zwerchfell verbunden, damit sie verschieblich bleibt und trotzdem ein wenig dehnbar ist. Übrigens kann am Hiatus oesophagus auch der Magen bzw. Teile des Dickdarms durch das Zwerchfell in den Brustraum gleiten, wenn zu viel Druck von unten kommt. Das nennt man dann Hiatushernie.
Die Speiseröhre – Peristaltik
Wie funktioniert das mit der Weitergabe des Nahrungsbreis denn jetzt genau? Auf eine sehr coole Art und Weise meine Damen und Herren! Also. Wie bereits erwähnt, haben wir eine Ring- und eine Längsmuskulatur in der Speiseröhre. Außerdem besitzt sie oben und unten einen Sphinkter, das ist ein Verschließmuskel. Diese Sphinkter haben einen hohen Tonus, sie sind also immer etwas mehr auf Spannung, damit die Nahrung auch im Oesophagus bleibt. Übrigens ist der untere Verschließmuskel kein normaler Muskel, sondern es sind spiralig angelegte Muskelfasern, die sich sozusagen „zusammenwringen“ können.
Wenn wir schlucken, das weißt Du sicherlich, schließt sich der Kehlkopf, damit kein Essen in die Luftröhre gelangt. Danach entspannt sich der obere Sphinkter, damit der Brei in die Speiseröhre rutschen kann. Und jetzt kommt die Peristaltik-Power zum Einsatz: Die Längsmuskulatur unterhalb des Bissens kontrahieren, somit wird das Lumen in diesem Abschnitt größer. Danach kontrahiert die Ringmuskulatur oberhalb des Bissens und so kann er dann ganz entspannt in den nächsten Teil nach unten gleiten. Hierfür haben wir ja auch noch die Mukosa, also die Schleimhaut, die alles schön rutschig-flutschig hält. Das wiederholt sich jetzt so oft, bis der Bissen ganz unten am unteren Sphinkter angekommen ist. Dieser entspannt sich wieder und die Nahrung gelangt in den Magen. Dieses Prozedere dauert in etwas eine halbe Minute. Und alles ganz automatisch, ohne, dass wir etwas aktiv dafür tun müssen. UND vor Allem egal, in welcher Position wir gerade stehen/ liegen/ sitzen. Das ist schon sehr cool!
Mehr zur Verdauung und Funktion des Magens findest Du hier.
Dieses Video finde ich zum Lernen der Speiseröhre super! 🙂

Hi! Mein Name ist Anna, ich bin gelernte Physiotherapeutin und Heilpraktikerin und komme aus dem wunderschönen Hamburg. Mit diesem Blog will ich Dir all mein gelerntes Wissen aus dem Unterricht, den Skripten, Fachbüchern und Fortbildungen näher bringen. Denn ich finde: Medizin sollte einfach und verständlich erklärt werden! Viel Spaß beim Durchstöbern! 🙂



