Funktion des Dünndarms
Die Funktion des Dünndarms ist zwar sehr übersichtlich, allerdings ist das, was dahintersteckt, gar nicht mal so unwichtig! Denn ohne die Superpower des Dünndarms würden wir wirklich kaum Nährstoffe aufnehmen können. Wie er das macht, wie er sich bewegt und die Nahrung aufspaltet, erkläre ich Dir jetzt. Falls Du nochmal den Aufbau des Dünndarms nachlesen möchtest, hier gelangst Du zu meinem Beitrag über die Anatomie des Dünndarms. Lass die DüDa-Schmetterlinge in Deinem Bauch fliegen!
Erste Funktion des Dünndarms: Der Transport
Stell Dir vor, der DüDa hätte keine Muskulatur. Richtig, wir würden an Verstopfung leiden, denn die Nahrung, die wir zu uns nehmen, bewegt sich nicht von allein! Dafür hat der Dünndarm also seine Muskelbewegungen, die wir auch „Peristaltik“ nennen. Die Peristaltik dient nicht nur dem alleinigen Transport zum Dickdarm, sondern auch der gesteigerten Kontaktaufnahme der Nahrung mit der Dünndarm-Schleimhaut. Dieser Kontakt ist wichtig, damit die Darmwand die Nährstoffe resorbieren kann, also in den Blutkreislauf aufnehmen kann und somit unsere Organe ordentlich versorgt werden. Das Ganze Durchmischen und Bewegen dauert 6 bis 10 Stunden. Wir unterscheiden 3 verschiedene Bewegungstypen:
Pendeln
Durch die lokale Dehnung der Darmwand, wenn der Nahrungsbrei eintrifft, werden die Muskeln des DüDas aktiviert. Das Pendeln beschreibt eine Peristaltik und eine Antiperistaltik. Bei der Peristaltik schnüren die Ringmuskeln einen Teil ab und die Längsmuskeln transportieren den Brei dann nach vorn. Bei der Antiperistaltik geschieht das ganze andersrum, also wieder zurück. So pendelt die Nahrung hin und her.
Peristaltische Welle
Das ist eigentlich nur das Vorwärtsbewegen der Nahrung, also ohne die Antiperistaltik. Innerhalb eines Abschnitts sorgen Ring- und Längsmuskulatur dafür, dass der Brei weiterbefördert wird.
Massenbewegung (Gastrocolischer Effekt)
Diese Bewegung findet 2-3 Mal pro Tag statt. Sie wird durch die Dehnung der Wand und durch die Muskelkontraktionen ausgelöst. Es folgt eine große peristaltische Welle vom Magen bis hin zum Sigma (am Ende des Dickdarms, vor dem Rektum). Durch diese große Welle wird der Stuhl in die Vorausbuchtung des Rektums, in die Ampulle, gedrückt.
Zweite Funktion des Dünndarms: Die Aufspaltung
Diese Funktion des Dünndarms ist enorm wichtig für uns. Wir merken es sofort, wenn dort etwas nicht so funktioniert, wie es funktionieren sollte. Nun kümmern wir uns aber erstmal um die Aufgaben des Dünndarms im Verdauungsprozess, wenn alles gut läuft.
Gallensaft und Bauchspeicheldrüsen-Enzyme
Wie ich in meinem Beitrag zum Aufbau des Dünndarms schon erwähnt habe, erhält der Zwölffingerdarm wichtige Verdauungssäfte von der Galle und der Bauchspeicheldrüse durch die Papilla vateri. Von der Galle bekommt er den Gallensaft und vom Pankreas einige Pankreas-Enzyme. Diese dienen der Aufspaltung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen und sorgen durch ihre basischen Bestandteile dafür, dass der saure Nahrungsbrei aus dem Magen neutralisiert wird.
Cholecystokinin
Doch der Dünndarm hat auch seine eigenen Waffen: Das Duodenum und das Jejunum geben das sog. Cholecystokinin (CCK) ab. Dies ist ein Peptidhormon und sagt unserem Gehirn, dass wir gesättigt sind. Außerdem fördert es die langsamere Magenentleerung und die Kontraktion der Gallenblase, wodurch der Gallensaft dann austritt. Es ist also dafür da, dass die Nahrungsaufnahme gestoppt wird, die Galle ihren Saft ins Duodenum abgibt und der Magen etwas chillt (Unser Kopf ist nur manchmal stärker und wir essen trotzdem weiter 😉 ). Die Sekretion dieses Hormons wird v.A. durch langkettige Fettsäuren stimuliert.
Sekretin
Duodenum und Jejunum produzieren außerdem Sekretin. Dieses Hormon regt die Leber dazu an, Galle zu produzieren und die Bauchspeicheldrüse, ihre Säfte abzugeben. Außerdem stoppt sie den Magen bei seiner Magensäurebildung. Also: Mehr basische Säfte, weniger saure Säfte. Es wird ausgeschüttet, sobald der Nahrungsbrei einen pH-Wert von < 4,5 hat, also sehr sauer ist.
Mit der Vermischung aller Hormone und Enzyme durch die Peristaltik, werden nun also die Nährstoffe immer weiter aufgespalten und dann ins Blut resorbiert. Dies geschieht hauptsächlich im Verlauf des Dünndarms. Doch wie funktioniert die Nährstoffaufnahme genau?
Dritte Funktion des Dünndarms: Die Resorption
Ich habe bereits in meinem Beitrag zum Aufbau des Dünndarms erklärt, wie die Schleimhaut des Dünndarms aufgebaut ist. Grob gefasst beträgt er ca. 6m Länge und, wenn man ihn ausbreiten würde, eine Gesamtoberfläche von ca. 200qm. Das ist viel, sehr viel sogar. Um So eine Oberfläche entstehen zu lassen, legt sich der Dünndarm im Inneren in viele Falten. Auf diesen Falten sind Zotten und Krypten. Und nochmal darauf liegen die sogenannten Mikrovilli. Und die sind jetzt das Wichtige bei der Resorption, denn sie nehmen die Nährstoffe auf und befördern sie dann ins Blut. Das passiert durch passive und aktive Mechanismen, je nach dem, welche Nährstoffe resorbiert werden müssen. Innerhalb der Zotten sind die Blutgefäße, die die Nährstoffe nun aufnehmen und somit in die Blutbahn und in den gesamten Körper schleusen.
-> Bei Youtube habe ich ein schönes Video zur Verdauung gefunden. Hier kannst Du es Dir anschauen. Die Resorption im Dünndarm wird ab Minute 3:30 erklärt.

Hi! Mein Name ist Anna, ich bin gelernte Physiotherapeutin und Heilpraktikerin und komme aus dem wunderschönen Hamburg. Mit diesem Blog will ich Dir all mein gelerntes Wissen aus dem Unterricht, den Skripten, Fachbüchern und Fortbildungen näher bringen. Denn ich finde: Medizin sollte einfach und verständlich erklärt werden! Viel Spaß beim Durchstöbern! 🙂


