Hypokaliämie
Eine Hypokaliämie, also eine Unterversorgung an Kalium, ist eine sogenannte Elektrolytstörung – Wir haben zu wenig von einem Elektrolyt in unserem Blut. Doch was genau ist hier zu wenig? Der Referenzwert vom Serumkalium liegt bei ca. 5,0 bzw. 5,2 mmol/l. Wenn der Wert unter 3,6 mmol/l liegt, haben wir eine Hypokaliämie (Die Werte weichen jedoch von Labor zu Labor ab).
Warum eine solche Hypokaliämie entsteht schauen wir uns jetzt an, let´s go!
Ursachen einer
Hypokaliämie
Die Ursachen sind natürlich, wie immer, sehr vielfältig. Selten liegt einfach eine Unterversorgung durch eine mangelnde Aufnahme von Kalium zugrunde (übrigens ist in Tomatenmark, Trockenobst, Nüssen oder auch Bitterschokolade viel Kalium enthalten). Die häufigsten Ursachen schauen wir uns jetzt an;
erhöhter Verlust
durch die Niere
Hier kann es entweder direkt durch die Niere zu einem erhöhten Verlust von Kalium kommen (primärer renaler Verlust) oder durch andere, vorgeschaltete Mechanismen (sekundärer renaler Verlust).
Zu den Ursachen des primären renalen Verlusts gehören Nierenerkrankungen, wie eine Nephritis oder ein akutes Nierenversagen. Hierbei kommt es in bestimmten Phasen der Erkrankungen zu einem erhöhten Urinaufkommen mit einer verminderten Filtration, wir müssen also sehr sehr oft aufs Klo. Dadurch, dass die Nierenkörperchen nicht mehr vernünftig filtern, gehen hier sehr viele Mineralstoffe und Nährstoffe verloren.
Ein sekundärer renaler Verlust liegt vor, wenn beispielsweise zu viel Diuretika eingenommen wird (Diuretika sind Entwässerungstabletten). Zudem kann eine Überfunktion der Nebennierenrinde zu einer Hypokaliämie führen, da dann zu viel Aldosteron und Cortisol freigesetzt werden. Beide Hormone sorgen für eine erhöhte Ausscheidung von Kalium. Zu viel Kalzium oder zu wenig Magnesium führen zusätzlich zu einer Unterversorgung mit Kalium.
erhöhter Verlust
durch den Darm
Natürlich kann der Kaliumspiegel genau so gut durch den Darm beeinflusst werden; Bei einer Störung der Darmwand kann zum Beispiel nicht genügend Kalium aus der Nahrung aufgenommen werden (ist aber sehr selten). Außerdem kann es bei einer Überdosierung von Laxantien (Abführmitteln) zu einem erhöhten Verlust der Mineralien kommen. Wenn wir uns einen Magen-Darm-Infekt zugezogen haben und uns ständig übergeben müssen oder an andauernden Durchfällen leiden, werden auch hier sehr viele Mineral- und Nährstoffe verloren.
Kalium-Ionen-Wanderung
Diese Überschrift ist sicherlich fachsprachlich nicht ganz korrekt, beschreibt den Vorgang jedoch sehr gut und einfach. Bei einigen Krankheiten bzw. Zuständen in unserem Körper kann es zu einer Wanderung der Kalium-Ionen vom Extrazellulärraum in den Intrazellulärraum kommen. Das habe ich bereits in meinem Beitrag zum Kaliumhaushalt allgemein beschrieben. Bei einem zu hohen pH-Wert (also einer sogenannten Alkalose = „Blut ist zu basisch“) wandern unsere Kalium-Ionen in die Zellen, der Kaliumspiegel im Blut sinkt also. Bei einer Insulintherapie kann der gleiche Zustand entstehen! Insulin sorgt mitunter dafür, dass die Natrium-Kalium-Pumpen ins Laufen gebracht werden und somit Kalium ins Zellinnere und Natrium ins Zelläußere befördert wird.
Symptome einer
Hypokaliämie
Die Symptome der Hypokaliämie sind durch die gestörte Erregbarkeit der Zellen begründbar. Durch das verminderte Angebot an positiven Kalium-Ionen außerhalb der Zelle, kommt es zu einer verminderten Erregbarkeit der Zellen, ein Aktionspotenzial kann also nur sehr schwer ausgelöst werden. Folgende Symptome kommen somit zustande;
Kraft- und Antriebslosigkeit bis zu Paresen, Hyporeflexie (Reflexe können nur sehr schwer ausgelöst werden bzw. die sichtbare Reaktion ist nur sehr schwach), Lähmung der glatten Magen-Darm-Muskulatur (also Verstopfung, evtl auch Übelkeit und Erbrechen), Lähmung der glatten Blasenmuskulatur.
Beim Herzen ist die Symptomatik andersrum: Hier werden die Zellen übererregbar. Durch die verminderte Kaliumkonzentration außerhalb der Zellen, werden die Natrium-Pumpen der Herzzellen schneller geöffnet, es wird also schneller ein Aktionspotenzial hervorgerufen. Dies führt zu Herzrhythmusstörungen, wie Kammerflimmern.
Du möchtest wissen, was passiert, wenn wir zu viel Kalium in unserem Blut haben? Dann schau gern in meinem Beitrag zur Hyperkaliämie vorbei!

Hi! Mein Name ist Anna, ich bin gelernte Physiotherapeutin und Heilpraktikerin und komme aus dem wunderschönen Hamburg. Mit diesem Blog will ich Dir all mein gelerntes Wissen aus dem Unterricht, den Skripten, Fachbüchern und Fortbildungen näher bringen. Denn ich finde: Medizin sollte einfach und verständlich erklärt werden! Viel Spaß beim Durchstöbern! 🙂


