Kupfermangel Symptome
Bevor ich mit den Symptomen eines Kupfermangels anfange, möchte ich Dich erstmal darüber informieren, was Kupfer überhaupt ist, wie wir es aufnehmen und was genau es in unserem Körper zu tun hat. Ein Kupfermangel und seine Symptome sind schwer zu differenzieren, wohingegen ein Übermaß an Kupfer in unserem Körper ein echtes Problem sein kann. Doch dazu später mehr.
Was ist Kupfer?
Wir alle wissen, dass Kupfer ein Metall ist und zu den Spurenelementen gehört. Diese sind essenziell für unseren Körper (wir können sie nicht selbst herstellen) und liegen nur in ganz geringen Mengen vor. Der Kupferanteil in unserem Organismus ist tatsächlich verschwindend gering. Und das hat seinen Grund; Kupfer hat zwar viele wichtige Aufgaben in unserem Körper, jedoch kann es bei einem Überangebot schnell zu unerwünschten Reaktionen kommen. Die Menge von Kupfer (was noch gesund ist) liegt bei etwa einem Atom pro Zelle! Das ist wirklich, wirklich wenig.
Wie nehmen wir Kupfer auf?
Wir nehmen Kupfer durch die Nahrung zu uns. Kupferhaltige Lebensmittel sind z.B. Innereien, Nüsse, Hülsenfrüchte oder auch Schokolade und Kakao! Haben wir es einmal heruntergeschluckt, wird es vom Darm ins Blut befördert und landet dann durch die Pfortader in der Leber. Von hier aus verteilt es sich im Gewebe.
Unser Körper achtet immer sehr penibel darauf, dass nicht zu viel „loses“ Kupfer in den Zellen ist. Es muss von den Proteinen „eingefangen“ werden, damit es nicht schädlich wirkt. Ein wichtiges Protein für den Kupfertransport ist das Caeruloplasmin. Wenn wir zu viel Kupfer zu uns nehmen oder eine Krankheit dafür sorgt, dass wir es nicht mehr ausreichend abbauen können, kann es auch nicht mehr genügend gebunden werden, wodurch mehr freies Kupfer entsteht. Alleine durch unsere Nahrung und ohne Krankheiten ist dieser Überschuss jedoch fast nicht möglich, also keine Panik auf der Titanic.
Aufgaben von Kupfer
in unserem Körper
Atmungskette/ Energiegewinnung
Die Atmungskette ist ein Prozess in unseren Zellen, der ADP zu ATP umwandelt. ATP ist unser Kraftstoff, unsere Energie. Ohne ATP können wir nicht leben. Doch was hat das jetzt mit Kupfer zu tun?
Kupfer ist Bestandteil des Enzymkomplexes „Cytochrom-c-Oxidase“. In den letzten Schritten der Atmungskette sorgt dieser Enzymkomplex dafür, dass wir Energie aus ATP bekommen. Die einzelnen Schritte sind sehr kompliziert, die will ich hier nicht detailliert beschreiben. Wichtig zu wissen ist, dass Kupfer einen Einfluss auf unseren Energiestoffwechsel hat, wodurch es bei einem Kupfermangel auch zu Müdigkeit und Kraftverlust kommen kann (Quell: hier).
Antioxidative Wirkung
So, wie einige andere Spurenelemente, die ich hier bereits beschrieben habe (Zink, Selen), ist auch Kupfer ein Helfer beim Bekämpfen von Entzündungen bzw. Beseitigen von freien Radikalen. So wurde festgestellt, dass das Enzym SOD1 aus Kupfer und Zink besteht und dafür sorgt, dass freie Radikale zu Sauerstoff und Wasser umgewandelt werden. Freie Radikale können Schäden in und an unseren Zellen verursachen. Unter Anderem sorgt SOD1 dafür, dass sie durch die Umwandlung zu Wasser und Sauerstoff unschädlich gemacht werden (Quelle: hier).
Kupfer und rote Blutkörperchen
Im Abschnitt zur Aufnahme von Kupfer habe ich bereits das Enzym Caeruloplasmin erwähnt. Es dient nicht nur dem Transport von Kupferionen, sondern auch der Umwandlung von Eisen in seine funktionsfähige Form. Kupfer spielt hier eine große Rolle; Es entzieht dem freien Eisen ein Elektron, womit es dann an Transferrin gebunden werden kann. Transferrin ist der Transporter für Eisen. Nur mithilfe dieser Umwandlung kann Eisen nun auch Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) und damit Sauerstoff binden. Wenn zu wenig Kupfer vorliegt, kann es also zu einer Blutarmut kommen (Quell: hier).
Nervensystem
Wie oben bereits beschrieben, ist Kupfer ein wichtiger Bestandteil verschiedener Enzyme. So ist es auch ein Teil des Enzyms Lysyloxidase, welches für die Vernetzung und Stabilität des Bindegewebes zuständig ist. Es wirkt somit auch an der Stabilisierung unserer Nervenummantelung, der Myelinscheiden, bei. Wenn die Myelinscheiden nicht stabil sind oder angegriffen werden, können unsere Nerven die Impulse nicht mehr ordentlich weiterleiten, was zu neurologischen Symptomen führen kann.
Außerdem beteiligt sich Kupfer am Auf- und Abbau von Neurotransmittern, wie Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin. Diese sind für die Kommunikation zwischen den Nervenfasern zuständig. Man kann sich vorstellen: Wenn zu wenig Kupfer vorhanden ist, können diese Neurotransmitter nicht mehr richtig abgebaut oder synthetisiert werden, was zu Kommunikationsproblemen zwischen unseren Nerven führt (Quelle: hier).
Ein gutes Beispiel hierfür: Kupfer ist Bestandteil der sog. Monoaminoxidase (MAO). Dieses Enzym sorgt dafür, dass in unserem Gehirn Katecholamine (Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin) abgebaut werden. In der medikamentösen Therapie von Depressionen wird ein MAO-Hemmer eingesetzt; Dieser hemmt das kupferhaltige Enzym MAO, womit mehr Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin aktiv bleiben kann (Quelle: hier).
Bindegewebe
Hier komme ich nochmal auf das Enzym „Lysyloxidase“ zurück; Kupfer ist sein Co-Faktor, ohne Kupfer funktioniert es also nicht. Lysyloxidase ist für die Vernetzung von Kollagen und Elastin zuständig. Also ist es sehr wichtig für unser Bindegewebe; Es sorgt durch diese Verbindungen für mehr Stabilität und gleichzeitig für höhere Flexibilität unseres Bindegewebes. Und das ist nicht nur für die Ummantelung unserer Nerven essenziell, sondern auch für unsere Knochen, Knorpel und Blutgefäße (Quelle: hier).
Kupfer und Histamin / DAO im Darm
Vielleicht hast Du schon einmal von einer Histamin-Intoleranz gehört bzw. bist sogar selbst davon betroffen. Histamin ist ein Stoff, den wir durch unsere Nahrung aufnehmen oder aber auch selbst herstellen. Wenn es in übermäßiger Menge vorliegt, kann es sich anreichern und Symptome wie Juckreiz, Hautunreinheiten bzw. „rote, juckende Flecken“ und/ oder Nahrungsunverträglichkeiten hervorrufen.
Kupfer ist ein wichtiger Bestandteil des Enzyms Diaminoxidase (DAO). DAO ist in vielen Bereichen unseres Körpers aktiv, vor Allem jedoch im Magen-Darm-Trakt. Hier sorgt es dafür, dass das mit der Nahrung aufgenommene Histamin abgebaut und entgiftet wird. Liegt zu wenig DAO vor, kann sich Histamin ablagern und somit zu den oben genannten Symptomen führen. Gerade für histaminintolerante Menschen ist dieses Enzym also ein großer Helfer. Und ohne Kupfer kann DAO nicht funktionieren (Quelle: hier).
Kupfergehalt
messen lassen!
Kupfermangel ohne Darmerkrankungen und mit einer ausgewogenen Ernährung ist sehr selten. Natürlich kann es durch beispielsweise sehr hoher Zinkzufuhr trotzdem dazu kommen. Bevor man hier jedoch aktiv wird und sich Nahrungsergänzungsmittel holt, sollte man unbedingt eine Laboranalyse seines Kupfergehalts im Vollblut machen lassen. Nur auf Grundlage eines nachgewiesenen Kupfermangels kann man handeln. Alles andere wäre voreilig und unvernünftig.
Bei einem Überschuss an Kupfer muss man erstmal an Östrogene denken. Bei Frauen, die die Pille nehmen, kann es durchaus zu einem erhöhten Kupfer-Wert kommen. Außerdem kann hierdurch dann auch der Zink-Wert niedriger werden. Dann kommt es darauf an, inwieweit man diesen Mangel überhaupt merkt. Bei vererbbaren Krankheiten, wie der Morbus-Wilson-Krankheit, kommt es zu einem verminderten Abbau von Kupfer. Hier sammelt es sich dann an Leber, Augen und Nieren bzw. am Gehirn. Es ist selbstverständlich, dass in diesem Fall Spezialisten/-innen aufgesucht werden müssen.
Allgemein ist eine Abweichung des Kupfer-Vollblut-Wertes gesprächsbedürftig. Und zwar mit Spezialisten/-innen! Wenn Du also das Gefühl hast, Dein Kupfer-Wert könnte von der Norm abweichen, erstmal eine Laboranalyse machen lassen. Bei Auffälligkeiten mit Therapeuten/-innen reden.
Kupfermangel
Symptome
WICHTIG: Bei Verdacht auf einen Mangel erstmal eine Blutanalyse im Vollblut machen lassen. Wenn sich der Verdacht bestätigt, mit einer spezialisierten Fachperson darüber reden!
Ein Kupfermangel lässt sich nicht durch alleiniges Anschauen der Symptome diagnostizieren, sondern muss labortechnisch abgeklärt werden.
Müdigkeit, Muskelschwäche, Kribbel- oder Taubheitsgefühle, Blutarmut, Infektionsanfälligkeit, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen, blasse Haut und schlechte Wundheilung können zum Vorschein kommen, wenn ein Kupfermangel vorliegt. Man sieht: All diese Symptome können auch von zig anderen Störungen kommen, deswegen ist die Laboranalyse (und nicht nur auf Kupfer) so wichtig.
Weshalb ich mich mit Nährstoffen beschäftige, ist übrigens, dass solche Symptome so unglaublich oft in unserer Gesellschaft vorkommen. Und so oft wird es mit Bewegungsmangel und Stress abgetan. Das finde ich persönlich nicht schön, weil es immer auch andere Möglichkeiten als Ursache und auch als Therapie gibt. Ich gebe hier keinen therapeutischen Rat oder Empfehlungen. Diese Artikel sollen lediglich aufklären und Euch dazu bringen, Euren Körper besser kennenzulernen und vielleicht auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen.
Hast Du dich schon mal gefragt, warum man Zink und Kupfer nicht zusammen einnehmen sollte? Die Antwort findest Du im folgenden Artikel:
Wenn Du mehr über Zink und seine Wirkung im Körper erfahren möchtest, klick gern auf den unten stehenden Button

Hi! Mein Name ist Anna, ich bin gelernte Physiotherapeutin und Heilpraktikerin und komme aus dem wunderschönen Hamburg. Mit diesem Blog will ich Dir all mein gelerntes Wissen aus dem Unterricht, den Skripten, Fachbüchern und Fortbildungen näher bringen. Denn ich finde: Medizin sollte einfach und verständlich erklärt werden! Viel Spaß beim Durchstöbern! 🙂


