Lungenembolie – Wenn der
Lunge das Blut fehlt
Es folgt ein überaus wichtiges Krankheitsbild der Lunge bzw. der Lungengefäße. Mit ca. 10% Sterblichkeit darf man die Lungenembolie nicht auf die leichte Schulter nehmen und sollte jegliche Anzeichen sofort abklären lassen! Atme noch einmal tief durch und dann geht´s los! 🙂
Entstehung einer
Lungenembolie
Eine Lungenembolie entsteht meistens (zu 90%) durch eine Thrombose in den Beinen. Das heißt, dass ein Blutgerinnsel für eine Verstopfung in den Beingefäßen sorgt (oftmals tiefe Becken-/ Beinvenen), was die betroffene Person jedoch erstmal nicht merkt bzw. die Symptome der Thrombose nicht ernst nimmt. Nun löst sich ein Teil des Gerinnsels („Thrombus“) und geht durch die Venen von unten bis ganz nach oben ins rechte Herz. Von hier aus gelangt es zur Lungenarterie. Die Lungenarterie teilt sich immer wieder in kleine Arteriolen auf, bis es nur noch Kapillaren sind (der Durchmesser der Kapillaren ist sehr klein). Hier bleibt jetzt der Thrombus stecken und es passiert: Die Blutzufuhr der Lunge ist (teilweise) gestoppt, je nachdem wie groß das betroffene Gefäß ist.
Virchow-Trias
Risikofaktoren zur Entstehung einer Thrombose (egal wo im Körper) sind die sogenannten „Virchow-Trias“. Sie beschreiben folgendes Bild: Die Gefäßwände sind rau (durch Ablagerungen wegen bspw. Nikotin), die Fließgeschwindigkeit des Blutes ist vermindert (durch bspw. zu wenig Flüssigkeitszufuhr) und die Butzusammensetzung ist suboptimal (auch hier zu wenig Flüssigkeit/ zu viele Zellen in Relation etc.). Wenn nun noch eine Operation folgt mit langer Bettlägerigkeit oder aber eine lange Autofahrt/ ein langer Flug ohne viel Bewegung, entstehen Thromben, welche für eine Thrombose sorgen.
Symptome der
Lungenembolie
Die Symptome der Lungenembolie können sehr stark und sehr plötzlich auftreten und so lange bleiben, bis sich der Embolus gelöst hat. Charakteristisch für dieses Krankheitsbild ist die plötzlich auftretende Atemnot, sowie der starke atemabhängige Schmerz im Brustkorb. Dieser ist bei der Einatmung am stärksten. Zudem kommt ein Husten, der teilweise sogar mit blutigem Auswurf verbunden sein kann. Hinzu kommen Schocksymptome: Schwitzen, kühle/ blasse Haut, Zittern, erhöhter Puls und erhöhte Atemfrequenz.
Die Symptomatik ist immer abhängig von der Größe des betroffenen Gefäßes und seines Versorgungsgebiets. So kann es sein, dass „nur“ ein Lungenläppchen betroffen ist, es können aber auch direkt mehrere Lungenlappen unterversorgt werden! Je größer das betroffene Gebiet, desto stärker die Symptome und desto höher das Sterblichkeitsrisiko.
Komplikationen
Hier muss als erstes das sogenannte „Cor pulmonale“ genannt werden. „Cor“ bedeutet auf deutsch „Herz“, „pulmonale“ bedeutet hier, dass das Herz wegen der Lunge betroffen ist. Das Ganze spielt sich folgendermaßen ab: Die Lungenarterie ist verstopft, das Blut kann dort also nicht weiter fließen. Es staut sich auf bis zum rechten Herz. Der Druck auf das rechte Herz wird irgendwann so groß, dass das Herz nicht mehr dagegen ankommt, das Herzzeitvolumen sinkt. Man kann sich vorstellen, dass das Herz davon großen Schaden nehmen kann.
Es kann außerdem durch einen Lungeninfarkt (die Lunge bekommt gar kein Blut mehr) zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommen.
Diagnostik
(Für mehr Infos über die gleich genannten Begriffe kannst Du gern auf meinen Beitrag zur Lungendiagnostik gehen!)
Bei einer Lungenembolie spielt natürlich der Sichtbefund erstmal eine sehr große Rolle. Da dieses Krankheitsbild aussieht, wie ein Herzinfarkt, rufen die meisten Menschen auch sofort den Notarzt, was auch richtig ist! Die Lungenembolie ist ein absoluter Notfall!
Die Perkussion und Auskultation ist unauffällig, es spielt sich ja nun mal in den Gefäßen ab und nicht in den Bronchien oder Alveolen. Man kann aber die Thrombose im Bein oftmals erkennen; Das betroffene Bein ist rot/ lila, erhitzt und geschwollen. Im Blutbild sieht man, dass die BSG erhöht ist, die D-Dimere auch, jedoch NICHT der CKMB-Wert! Dieser ist lediglich bei einem Gewebsuntergang des Herzens erhöht und das liegt bei einer Lungenembolie ja nun mal nicht vor.
Außerdem machen die Ärzte/ Ärztinnen im Krankenhaus ein sogenanntes Spiral-CT, wo sie die Gefäße der Lunge untersuchen. Hier sieht man dann, ob ein Gefäß verstopft ist bzw. welches das betroffene Gefäß ist.
Therapie der
Lungenembolie
Erstmal wird dem Patienten/ der Patientin natürlich ein Schmerzmittel gegeben, da die betroffenen Menschen wirklich starke Schmerzen haben! Im Weiteren muss geschaut werden, wie man den Embolus entfernt. Meist wird hier eine sogenannte „Lyse“ angewandt, wobei das Gerinnsel durch einen Katheter aufgelöst wird. Zudem folgt eine Therapie mit sog. „Antikoagulanzien“ , welche dafür sorgen, dass das Blut nicht mehr so schnell gerinnt (zur Vermeidung weiterer Thromben). Diese Medikamente müssen dann noch eine Weile nach dem Vorfall eingenommen werden.

Hi! Mein Name ist Anna, ich bin gelernte Physiotherapeutin und Heilpraktikerin und komme aus dem wunderschönen Hamburg. Mit diesem Blog will ich Dir all mein gelerntes Wissen aus dem Unterricht, den Skripten, Fachbüchern und Fortbildungen näher bringen. Denn ich finde: Medizin sollte einfach und verständlich erklärt werden! Viel Spaß beim Durchstöbern! 🙂



