Die mündliche Heilpraktiker Prüfung in Hamburg

Jap, ich habe es endlich geschafft. Eineinhalb Jahre nach meinem ersten Unterricht in der Grünen Schule habe ich die letzte Prüfung – die mündliche Heilpraktiker Prüfung hier in Hamburg – absolviert. Und das sogar erfolgreich! Ich darf mich nun endlich Heilpraktikerin nennen. Wie alles ablief, wie ich mich fühlte und vor Allem, wie ich mich vorbereitet habe, verrate ich Dir im Folgenden!

PS: Falls Du etwas über die schriftliche Heilpraktiker Prüfung hier in Hamburg wissen möchtest, lies gern einmal hier rein! 🙂

Vorbereitung auf die
mündliche Heilpraktiker Prüfung
in Hamburg

Laut lernen

Falls Du gerade in der Ausbildung bist und vielleicht schon dieses Jahr oder auch erst nächstes Jahr dran bist mit den Prüfungen – Ich kann Dir jetzt schon nahe legen, alles immer laut zu lernen. Seien es Physiologie und Anatomie der Organe, oder aber auch die Krankheiten. Hierbei sollte man sich immer eine gewisse Struktur angewöhnen, um auch wirklich alles Wichtige zu erwähnen. Bei der Beschreibung von Organen habe ich z.B. immer mit der Lage des Organs angefangen, bin dann zur groben – und danach zur feinen Anatomie übergegangen. Dann kam die Physiologie, was hat das Organ für Funktionen und wie genau arbeitet es? Zum Schluss kann man noch einige Pathologien erklären, welche auf die Physiologie aufbauen. Somit hat man schon mal eine super Übung im strukturierten Erzählen und auch im Festigen des Lernstoffs! 🙂

Bei den Krankheiten, und die darf man wirklich nicht unterschätzen, es sind sooooo viele, geht man von der Definition über zu den Ursachen, Symptomen, Komplikationen, Diagnostik bis zur Therapie (und zwar die allgemeinmedizinische, nichts Alternatives!). Die ganzen Infektionskrankheiten, ich meine es sind über 50, stellen nochmal eine größere Herausforderung dar; Hier haben wir zudem noch die Erreger und den Übertragungsweg zu lernen und (sehr wichtig!) ob bzw. wo diese Krankheit/ dieser Erreger im Infektionsschutzgesetz steht. Die Abfrage von diesem Thema ist wohl von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Hier in Hamburg werden die Krankheiten eher selten im Detail abgefragt (kann aber immer vorkommen!), es gibt eher so Aufgaben wie „Nennen Sie mir 5 Infektionskrankheiten, die in §… des Ifsg stehen.“

Gedächtnisprotokolle

In vielen Schulen gibt es eine Sammlung an Gedächtsnisprotokollen. Diese wurden von ehemaligen Schülern/-innen geschrieben, um den nachkommenden Prüflingen einen Einblick in eine Prüfung zu geben. Ich bin sie mit meinen Lernbuddys immer wieder durch gegangen – einer war der Amtsarzt/ die Amtsärztin und die Andere war der Prüfling. Irgendwann versteht man etwas besser, worauf die Prüfenden hinaus wollen und man ist eeeeetwas entspannter (trotzdem natürlich super aufgeregt, es kann ja auch immer mal etwas Neues dran kommen). Außerdem bekommt man ein Gefühl dafür, welcher Arzt/ welche Ärztin den Fokus auf welches Thema lenkt. Das war auch ziemlich hilfreich 🙂

Praktisches Lernen

Es gibt einige Themen, die praktisch geprüft werden. Zum Beispiel die Untersuchungsformen verschiedener Organe – Wie untersuche ich ein Abdomen, das Herz, die Lunge, die Ohren oder auch den Blutdruck? Wie höre ich ab, wie perkutiere ich und wie palpiere ich? Hinzu kommt das Legen einer Infusion bzw. Injektionen, wichtig ist auch immer die Hygiene! Diese Dinge und noch ein paar Themen mehr muss man praktisch drauf haben. Hierfür kann ich nur folgende Website empfehlen: Hier werden alle praktischen Themen super strukturiert gezeigt und erklärt! Achte jedoch darauf, dass die Menschen in den Videos auf die Prüfung in Sachsen vorbereiten und nicht für Hamburg… Im Endeffekt egal, denn um gut diagnostizieren bzw. befunden zu können, braucht man dieses Know-How eben. Ich habe mir die Videos jedenfalls mehrmals reingezogen.

Der Prüfungstag meiner
mündlichen Heilpraktiker
Prüfung in Hamburg

Meine Prüfung war zum Glück die erste an diesem Tag, um 8:30 Uhr. Das ganze fand in der Billstraße in der Behörde für Soziales statt. Mit der Bahn super zu erreichen. Ich war unglaublich nervös, der Pförtner, der einen eintreten lässt, ist jedoch wohl der netteste Mensch der Welt. Er gibt einem auf jeden Fall ein super Gefühl und verrät einem auch schon, welcher Prüfer an diesem Tag prüft. Bei mir war es Herr Dr. Niebuhr, ein junger Arzt, der meiner Meinung nach sehr sympathisch ist, einen ausreden lässt und gute Fragen stellt, die man auch versteht. Wie gesagt, ich war mega aufgeregt und traf die Beisitzerin, welche auch Dozentin in meiner Schule war, vorher auf dem Flur. Sie war sehr gelassen und wir unterhielten uns ganz kurz.

Die Prüfung

Dann ging es los – ich sollte zuerst den Weber-Rinne Test an Petra, der Beisitzerin, durchführen. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten (der Nervosität geschuldet) ging das zum Glück alles ganz gut. Danach kam ein Praxisbeispiel: Ein junger Mann, der über Bauchschmerzen klagt, kommt in meine Praxis. Ich schlug vor, ihn nach dem IPPAF – Schema (bzw. IAFPP – Schema) zu befunden. Herr Dr. Niebuhr stimmte zu. Nun gingen wir alles durch (Inspektion, Auskultation, Funktionsprüfung, Palpation, Perkussion), immer mit Nachfragen vom Amtsarzt. Wir sprachen zusammengefasst über Ileus, Leberhautzeichen, Appendizitis (die Lösung des Fallbeispiels), Differenzialdiagnostik bei Schmerzen im unteren rechten Bauch,  Laborparametern und ein paar wenige andere Dinge. Die Prüfung ging insgesamt 30 Minuten und ich war danach fix und fertig, er hatte mich schon gut auseinander genommen :D. Als ich jedoch gesagt bekommen habe, dass ich bestanden hatte, war ich natürlich super erleichtert und ging mit meiner Freundin Kaffee trinken. Es war ein wunderschöner sonniger Tag 🙂

Wie gehts jetzt weiter?

Meine Prüfung liegt jetzt schon ein paar Wochen in der Vergangenheit, sie war am 07.05.25.  Um ehrlich zu sein, war das ganze Lernen eine so große Belastung für mich, dass ich meinem Kopf nun erstmal Pause geben will und auch muss. Natürlich wird es nicht lange dauern, bis ich wieder Bock habe, etwas Neues zu lernen, doch ich will das Ganze gesünder angehen, als die HP- Ausbildung. Und das werde ich auch in Form von Fortbildungen ab Herbst diesen Jahres. Ich will unbedingt mehr über Ernährung und Nährstoffe erfahren, sowie über Stressmanagement. So kann ich dann meinen Patienten/-innen neben der Physiotherapie ganzheitliche Behandlungsvorschläge machen. Das ist jedenfalls meine Definition von „ganzheitlich“; Bewegung, Ernährung, Psyche.

Bis dahin schreibe ich auf jeden Fall (und ich freue mich drauf) wieder mehr Blog-Einträge und genieße den Sommer in Hamburg! 🙂

Schreib mir was Du denkst!