Unser Natrium-
haushalt
Natrium ist ein essentielles Mineral, das eine entscheidende Rolle in unserem Körper spielt. Es ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung, sondern auch ein Schlüsselspieler in vielen physiologischen Prozessen. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick darauf, wofür wir Natrium benötigen und welche Faktoren unseren Natriumhaushalt überhaupt beeinflussen. Let´s go!
Wofür brauchen wir Natrium?
Regulation des Flüssigkeitshaushalts
Natrium ist ein Hauptbestandteil des Extrazellulärraums und spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Wasserhaushalts im Körper. Es hilft, den osmotischen Druck aufrechtzuerhalten, was bedeutet, dass es dafür sorgt, dass die richtige Menge Wasser in und aus den Zellen transportiert wird. Man kann es sich so vorstellen, dass Natrium das Wasser anzieht. Wenn wir also Natrium in den Blutbahnen haben, kommt dementsprechend auch Wasser ins Blut. Dies sorgt dann dafür, dass der Blutdruck steigt.
Natriumhaushalt und
Nervenfunktion
Natrium ist entscheidend für die Übertragung von Nervenimpulsen. Es ermöglicht die Bildung von Aktionspotenzialen, die für die Kommunikation zwischen Nervenzellen notwendig sind. Ohne ausreichendes Natrium könnten unsere Nerven nicht richtig funktionieren. Wenn ein Aktionspotenzial gebildet wird, strömen Na+-Ionen ins Innere der Nerven- bzw. Muskelzelle, womit das Membranpotenzial steigt. Ist das Aktionspotenzial ausgelöst worden, werden die Natrium-Kalium-Pumpen angeschmissen, um das Membranpotenzial wieder auf den Stand von -70 mV zu bringen. Ohne Natrium also keine Nervenerregung!
Muskelkontraktion
Unser Natriumhaushalt ist auch wichtig für die Muskelkontraktion. Da es mitunter für das Aufbauen eines Aktionspotenzial zuständig ist, wird es natürlich auch für die Kontraktion des Muskels benötigt. Ein Aktionspotenzial kommt nämlich über den Nerv an der motorischen Endplatte des Muskels an und schüttet damit einen Neurotransmitter (Acetylcholin) aus. Mit diesem Neurotransmitter wird die Kaskade bis zur Kontraktion in Gang gesetzt. Das heißt ohne Natrium, kein Acetylcholin, keine Kontraktion des Muskels.
Säure-Basen-Haushalt
Natrium trägt zur Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Körper bei. Es hilft, den pH-Wert im Blut stabil zu halten, was für die Gesundheit aller Körperfunktionen wichtig ist. Da es, wie alle anderen Mineralstoffe auch, basisch wirkt, benötigen wir es, um die sauren Valenzen im Körper zu binden und zu neutralisieren. Wenn der Ausgleich nicht mehr geschieht, kommt es zu einer Azidose (zu sauer) bzw. Alkalose (zu basisch) und viele Systeme unserer Wundermaschine laufen nicht mehr so ab, wie sie es sollten. Alles über Azidose und Alkalose kannst Du in meinem Beitrag hierüber lesen.
Von welchen Faktoren ist unser Natriumhaushalt abhängig?
Ernährung
Die Hauptquelle für Natrium in unserer Ernährung ist Kochsalz (Natriumchlorid). Wir nehmen täglich ca. 5g hiervon zu uns (laut WHO sollen 5g täglich auch das Maximum an Natriumzufuhr sein!). Eine sehr salzreiche Ernährung kann zu einem erhöhten Natriumspiegel führen, während eine salzarme Ernährung den Natriumspiegel senken kann. Es ist wichtig, ein Gleichgewicht zu finden, da sowohl zu viel, als auch zu wenig Natrium gesundheitliche Probleme verursachen kann. Der Referenzwert für den Natriumgehalt im Blut ist ca. 135-145 mmol/l (diese Werte schwanken jedoch immer von Labor zu Labor).
Flüssigkeitsaufnahme
Die Menge an Flüssigkeit, die wir konsumieren, beeinflusst ebenfalls unseren Natriumhaushalt. Bei einer hohen Flüssigkeitsaufnahme kann der Natriumspiegel im Blut verdünnt werden, während eine geringe Flüssigkeitsaufnahme zu einer Konzentration von Natrium führen kann. Hier ist jedoch noch zu bedenken, dass unsere Nieren 95% des Natriums wieder ausscheiden. Also: Je mehr wir trinken, desto mehr wird auch ausgeschieden und desto weniger Natrium liegt in Relation zum Blut vor. Je weniger wir trinken, desto höher ist die Natriumkonzentration und desto weniger wird auch durch die Nieren ausgeschieden.
Natriumhaushalt und
körperliche Aktivität
Bei körperlicher Betätigung verlieren wir Natrium durch unseren Schweiß. Sportler/-innen und Menschen, die regelmäßig trainieren, müssen möglicherweise ihren Natriumkonsum erhöhen, um den Verlust auszugleichen.
Gesundheitszustand
Bestimmte Erkrankungen, wie Nierenprobleme oder Herzinsuffizienz, können den Natriumhaushalt im Körper beeinflussen. In solchen Fällen kann es notwendig sein, die Natriumaufnahme zu überwachen und gegebenenfalls anzupassen. Bei einer Niereninsuffizienz bspw. werden die Mineralstoffe, also auch Natrium, nicht mehr im normalen Maß ausgeschieden, wodurch es zu einer vermehrten/ verminderten Natriumkonzentration im Blut kommen kann. Bei einer Herzinsuffizienz kommt es zu einem verringertem Herzzeitvolumen, was der Körper ausgleichen will. Er versucht dann durch die Aktivierung des RAAS den Blutdruck zu steigern, wodurch auch eine größere Menge an Natrium rückresorbiert wird.
Medikamente und
unser Natriumhaushalt
Einige Medikamente, insbesondere Diuretika, können den Natriumhaushalt im Körper beeinflussen, indem sie die Ausscheidung von Natrium über die Nieren erhöhen. Hierdurch wird also u.A. eine Hyponatriämie verursacht (zu wenig Natrium im Blut). Außer Natrium sind natürlich auch noch andere Mineralstoffe betroffen.
Du möchtest mehr darüber wissen, was passiert, wenn wir zu viel oder zu wenig Natrium im Blut haben? Dann schau gern in diesen Beiträgen vorbei:

Hi! Mein Name ist Anna, ich bin gelernte Physiotherapeutin und Heilpraktikerin und komme aus dem wunderschönen Hamburg. Mit diesem Blog will ich Dir all mein gelerntes Wissen aus dem Unterricht, den Skripten, Fachbüchern und Fortbildungen näher bringen. Denn ich finde: Medizin sollte einfach und verständlich erklärt werden! Viel Spaß beim Durchstöbern! 🙂


