Symptome ≠ Diagnose

Man hört oft, dass Haarausfall, weiße Flecken auf den Nägeln oder Müdigkeit mit einem Zinkmangel gleichzusetzen wären. Natürlich ist das nicht unbedingt der Fall. All diese Symptome können auch viele andere Ursachen haben. Man kann keine Liste mit Symptomen abarbeiten und dann auf Zinkmangel schließen. Es muss immer der Kontext angeschaut werden und die Lebensweise des Menschen. Wir sind komplexe Wesen – und somit ist auch Diagnostik sehr komplex. Wann ein Zink-Test wirklich sinnvoll ist, erfährst Du hier.

Wann ist ein Test
sinnvoll?

  • Wiederkehrende Infekte + niedrige Proteinaufnahme (Der Körper benötigt Proteine und Zink, um Fremdkörper wie Bakterien zu bekämpfen)
  • Haarausfall + vegetarische/ vegane Ernährung (Hier kann es auch sehr gut ein B12-/ Eisenmangel sein. Aber auch Zink wird vor Allem durch tierische Produkte aufgenommen und stärkt das Haarwachstum bzw. die Haarstabilität)
  • Müdigkeit und Verdauungsprobleme (Alle Nährstoffe werden durch den Darm resorbiert. Bei Resorptionsproblemen wird weniger aufgenommen – Gerade Eisen, B12, Folsäure und Zink können hierdurch zu Müdigkeit führen)
  • Hautprobleme + Darmerkrankungen (Über die Haut kann man oft auf den Darm schließen – auch hier werden Probleme sichtbar, wenn Resorptionsstörungen vorliegen)
  • lange Phasen von Stress (Man hat herausgefunden, dass sich das Darmbiom und der Stoffwechsel, sowie der Hormonhaushalt bei langen Phasen von großem Stress verändern. Auch Zink ist nach/ in solchen Phasen oft Mangelware)

Wann bringt ein
Zink-Test wenig?

  • nur einzelne Symptome
  • Müdigkeit bei Schlafmangel
  • wenig Energie ohne vorherige Ernährungsanalyse
  • weiße Flecken auf den Nägeln
  • ohne vorherige Ernährungs- und Verhaltensanamnese

Welche Laborwerte
geben Orientierung?

Meist werden im Labor die Serum-Werte genommen. Die sind zwar schon gut, allerdings sind die Vollblut-Werte besser. Wir wollen nämlich nicht nur wissen, wieviel Zink im „Wasser“ ist, sondern wieviel wir innerhalb der Zellen haben. Und das können wir nur mit dem Vollblut-Wert herausfinden.

Der Referenzbereich in den Laboren beschreibt immer nur den Durchschnitt, allerdings nicht Deinen persönlichen Zielwert. Der Durchschnitt ist nicht individuell. Außerdem gibt es noch andere Faktoren, die den Zielwert verändern können (Darm, andere Werte wie Kupfer etc.).

Hier sind wir auch bei einem wichtigen Aspekt: Wir entscheiden nicht allein durch einen Laborwert oder ein Symptom, dass Zink genommen werden muss. Es muss immer aus einem Gesamtbild abgeleitet werden. Und das bekommt man nicht durch eine Blutanalyse auf Zink.

Wer knapp unter der Zink- Referenz ist, Haarausfall und entzündliche Pickel auf der Haut hat und sich vegetarisch bzw. vegan ernährt, kann mit einem Spezialisten über Zink reden. Nur ein etwas erniedrigter Zink-Wert ohne Symptome ist unauffällig.

Überdosierung

Eine Überdosierung mit Zink einfach nur durch die Ernährung ist extrem selten. Dafür kann man natürlich mit den Nahrungsergänzungsmitteln übertreiben. Auch wichtig: Eine Zinksalbe erhöht nicht Deinen Zink-Blutwert! Sie wirkt auf der Haut, nicht im Körper.

Wenn man Zinktabletten/ -Kapseln/ -Säfte über mehrere Wochen in hohen Dosen nimmt, kann es zu einer Überdosierung kommen. Doch man sollte auch seinen Kupfer Wert im Auge behalten: Bei zu viel Zink, sinkt Kupfer im Blut. Dann haben wir wieder andere Symptome…

Generell wird eine Dosis von 15-30 mg pro Tag in Studien gut toleriert. Fachgesellschaften empfehlen 11-15 mg täglich (das ist kein Therapievorschlag, sondern Orientierung an Forschung). Wenn Du zu den genauen Werten mehr wissen willst, klick gern auf den unten stehenden Button.