Was ist Asthma bronchiale überhaupt?

Es gibt verschiedene Ursachen für Asthma bronchiale und auch verschiedene Methoden der alternativen Therapie. Bevor Du diese ausprobierst, lass Dich bitte von einem Facharzt/ einer Fachärztin untersuchen und spreche Dich mit Fachpersonal ab!

Erstmal zu den Ursachen: Es gibt zwei verschiedene Arten von Asthma bronchiale. Das exogen-allergische und das endogen-nicht allergische Asthma.

Das exogen-allergische Asthma ist eine allergische (man glaubt es kaum) Typ-1-Reaktion auf ein Allergen. Es tritt meist bereits im Kindesalter auf und kann sich mit der Zeit bessern (Manche Menschen haben dann im Erwachsenenalter gar keine Asthma-Anfälle mehr). Typische Allergene sind Tierhaare, Pollen, Hausstaubmilben oder auch Nahrungsmittel wie z.B. Nüsse.

Das endogen- nicht allergische Asthma tritt häufiger auf und kommt meist erst im Erwachsenenalter z.B. wegen Tabakrauch, kalter Luft, bei Anstrengung oder auch durch Stress (tatsächlich wird in den Lehrbüchern immer erwähnt, dass die Anfälle bei psychischer Belastung sehr viel häufiger auftreten, als in ruhigeren, ausgeglicheneren Lebensabschnitten).

Was genau passiert im Körper eines Asthmatikers?

Beim allergischen Asthma kommen wir mit dem Allergen in Kontakt, unser Körper fängt den Bösewicht mittels Antikörper ein und schließt so einen Antigen-Antikörper-Komplex. Dieser wird wiederum von sogenannten Mastzellen gebunden. Die Mastzelle schüttet dann Histamine aus (die Dinger, gegen die manche Antihistaminika nehmen ;)). Diese Histamine setzen sich nun an H1-Rezeptoren an den Bronchien und lösen dort so Einiges aus: Die Bronchialschleimhaut produziert ganz viel Schleim (sog. Dyskrinie), es entsteht ein Bronchialwandödem und die Muskulatur verkrampft (Bronchospasmus). Alles zusammen ergibt dann, wie man sich gut vorstellen kann, verengte Bronchien. Die lösen den Atemnot-Anfall aus, der von außen sehr schlimm aussieht und auch als Asthmatiker/-in als sehr schlimm wahrgenommen wird (Meine beste Freundin ist Asthmatikerin und, auch wenn sie schon sehr cool damit umgeht, hat man trotzdem bei jedem Anfall wieder Schiss, dass sie gleich keine Luft mehr bekommt). Der Betroffene kann nur sehr schwer ausatmen, weil die Bronchien die Luft nur noch zum Teil rauslassen können. Hier kommt dann das allbekannte Asthma-Spray zum Einsatz. Dieses bewirkt, dass die Bronchien sich wieder weiten (sog. Bronchodilatatoren), der Betroffene kann wieder besser atmen. Hier erfährst Du mehr über die Atemmechanik eines Gesunden Menschen.

Beim nicht-allergenen Asthma kommt es durch langjährigen Tabakrauch, wiederholende Infekte und/ oder psychische Faktoren zur Entzündung der Bronchialschleimhaut und die Bronchien werden auf Dauer hypersensibel. Wenn nun noch eine Überanstrengung folgt (wie z.B. Joggen), reagieren die Bronchien nicht, wie bei Gesunden, durch Erweiterung des Lumens, sondern mit der oben genannten Triade (Bronchospasmus, Schleimhautödem, Dyskrinie). Es kommt zum Asthma-Anfall. Dieser Typ des Asthmas tritt eher im Alter von 30-40 Jahren auf und geht auch nicht wieder weg.

Diagnostik

Bei dem oben beschriebenen Bild kannst Du dir sicherlich vorstellen, dass sich das Abklopfen der Lunge bei einem Asthmatiker sehr hohl anhört (Hypersonor). Beim Abhören kommt raus, dass das Atemgeräusch leiser ist und es zu trockenen Atemnebengeräuschen kommt (Pfeifen, Giemen, Brummen). Des Weiteren ist das Residualvolumen eines Asthmatikers erhöht und die Vitalkapazität erniedrigt. Wenn Du nichts mit diesen Begriffen anfangen kannst, lies gern in meinem Beitrag zur Lungendiagnostik nach 🙂

Was ist Asthma bronchiale?

Asthma Bronchiale: allgemeinmedizinische Therapie

Vom Arzt bekommt man als Asthmatiker,-in meistens sogenannte Bronchospasmolytika verschrieben. Diese sorgen dafür, dass sich Deine Bronchien weiten können und Deine Atemwege dadurch wieder frei werden. Meistens werden ß2-Sympathomimetika gegeben. So. Schöne Namen, aus denen man nichts schließen kann oder?

„Was zur Hölle sind Sympathomimetika?“ fragst Du dich jetzt wahrscheinlich

Diese Substanzen ahmen Deinen Sympathikus nach. Das ist ein Teil Deines vegetativen Nervensystems, den kannst Du also nicht steuern. Der Sympathikus ist der Teil, in dem Dein Körper in den Flucht-oder-Kampf-Modus geht. Also, wenn Du beispielsweise vor einem Bären stehst und er kurz davor ist, Dich zu fressen, ist Dein Sympathikus-Modus aktiviert. Jetzt heißt es Laufen oder Kämpfen. Deine Bronchien weiten sich, die Muskulatur wird gut durchblutet und Deine Herzfrequenz steigt, damit Du perfekt für den Kampf oder den Sprint vorbereitet bist. Dahingegen wird Deine Verdauung erstmal hinten angestellt, genau so wie beispielsweise Dein sexuelles Bedürfnis.

Der Gegenspieler ist der Parasympathikus. Da sind wir mega gechillt und unsere Verdauungsorgane leisten ihre Arbeit. Unser Herz schlägt langsam und unsere Muskeln entspannen sich.

Die Sympathomimetika ahmen den Sympathikus nach. Sie stellen die Bronchien also weit.

„Und warum bitte ß2?“ lautet Deine nächste Frage

Es gibt verschiedene Rezeptoren für den Sympathikus. An den Bronchien sind die ß2-Rezeptoren. Dort dockt der Wirkstoff an, damit die Bronchien weiter werden. Es gibt auch noch bspw. Alpha-Rezeptoren. Die finden wir in unserem Herzen. Im Sympathikus-Modus sorgen sie für eine höhere Pulsfrequenz und eine höhere Pumpleistung des Herzens.

Die ß2-Sympathomimetika haben auch immer ein wenig Einfluss auf die alpha-Rezeptoren, steigern also auch etwas die Herzfrequenz und die Pumpleistung des Herzens. Deswegen sollten Menschen mit Herzerkrankungen auch keine dieser Wirkstoffe zu sich nehmen bzw. nur unter genauer Kontrolle von Ärzten/-innen.

Asthma Bronchiale: Alternative Therapie

Natürlich muss man erstmal alles vom Facharzt/-ärztin abchecken lassen. Erst, wenn die Diagnose steht, kann man zu alternativen Behandlungsmaßnahmen greifen.

Hier gibt es so einige coole Dinge, die man ausprobieren kann:

Akupunktur

Die Nadeln in der Haut können so Einiges entfachen! Meine vorhin schon genannte beste Freundin kann das übrigens bestätigen. Auch sie hatte ein paar Jährchen Ruhe von Asthma-Anfällen, nachdem sie Akupunkturnadeln gesetzt bekommen hat. Akupunktur machen schon lange nicht mehr nur Heilpraktiker/-innen, sondern auch viele Ärzte und Ärztinnen! Falls Du Interesse daran hast, frage mal bei den Ärzten/-innen oder Heilpraktikern/-innen in Deiner Nähe nach!

Ernährung

Erstmal steht im Vordergrund mindestens 2 Liter am Tag zu trinken, denn das hält unsere Schleimhäute schön feucht und sie werden weniger empfindlich. Zudem kann man sich auch nochmal durchchecken lassen, ob man irgendwelche Nahrungsmittelunverträglichkeiten hat. Diese Nahrungsmittel sollten dann natürlich gemieden werden.

Atemtherapie

Als Physiotherapeutin kann ich dazu natürlich nur raten! Hol Dir ein Physio-Rezept, wo KG (Krankengymnastik) oder AT (Atemtherapie) drauf steht. Die Kollegen/-innen können Dir beibringen, wie du z.B. die Lippenbremse nutzt, wenn Du einen Atemnot-Anfall erleidest oder Dir bestimmte Übungen zu Mobilisation deiner Brustwirbelsäule geben, damit Du möglichen Blockaden vorbeugst. Außerdem können wir Dir auch mal etwas Gutes tun und Dir Wärmepackungen geben, damit Deine Atemhilfsmuskulatur entspannen kann.

Bewegung

Wie immer, ist auch bei Asthmatikern/-innen Bewegung an der frischen Luft wichtig! Du solltest darauf achten, dass Du nicht über Deine Belastungsgrenze hinaus gehst, denn das wäre kontraproduktiv. Sportarten wie Wandern oder Radfahren sind super, um die Ausdauer Deiner Lunge zu trainieren.

Entspannungs- und Achtsamkeitsmethoden

Ich habe am Anfang erwähnt, dass die Psyche eine sehr große Rolle beim Asthma spielen kann. Falls Du Dich oft gestresst fühlst, versuche unbedingt mal zu meditieren oder schaue im Internet nach Achtsamkeit-Übungen (Auch, wenn Du kein Asthma hast und trotzdem Stress hast: Versuche es, ich bin ein sehr sehr sehr sehr großer Fan davon!) Hier gelangst Du zu meiner Lieblings-Meditationsapp „Insight Timer“. Man muss es zwar üben, seinen Kopf mal auszuschalten, es kann aber wirklich Wunder bewirken!

Aromatherapie

Die Aromatherapie kann eine super Unterstützung für Deinen Körper sein. Bevor Du die ätherischen Öle anwendest, probiere bitte vorsichtig aus, wie Dein Körper auf sie reagiert. Bei Asthma kannst Du die „Atemwegsmischung“, Eukalyptus, Weihrauch, Pfefferminze, Zitroneneukalyptus, Tulsi und Douglastanne entweder direkt aus der Flasche inhalieren oder zerstäuben. Natürlich kannst Du diese Öle auch auf die Brust, den Hals und Deinen oberen Rücken auftragen und einmassieren.

Gute Öle findest Du hier.