Reizdarmsyndrom – Definition und Therapie

Das Reizdarmsyndrom ist eine sehr unangenehme Erkrankung, die erst relativ spät festgestellt wird, weil erstmal alles andere von den Ärzten/-innen ausgeschlossen werden muss. Trotzdem leiden ca. 20% der Gesamtbevölkerung an diesem Syndrom. Frauen sind häufiger betroffen als Männer und die meisten Erkrankungen finden im Laufe der 20er und der 30er statt. Lass uns gemeinsam Licht ins Dunkle des Reizdarmsyndrom – Definition und Therapie bringen!

Reizdarmsyndrom - Definition und Therapie

Reizdarmsyndrom – Definition

Das Reizdarmsyndrom wird auch „RDS“ genannt oder „Colon irritabile“ bzw. „spastisches Colon“. Es beschreibt ein Unwohlsein im Bauchraum, das länger als 3 Monate anhält und oft mit krampfartigen Schmerzen verbunden ist. Diese Schmerzen finden dann nicht nur an einem Ort statt, sondern wechseln ihre Lokalisation ständig. Außerdem ist der Stuhlgang oft nicht normal, sondern mit Durchfall oder Verstopfung verbunden. Ich kenne eine Person, die dieses Syndrom hat und sie konnte kaum noch raus gehen und schöne Dinge erleben, weil sie ständig Angst hatte, schnell aufs Klo zu müssen… das ist ein echter Leidensdruck! Wie sie es geschafft hat, da raus zu kommen, erkläre ich später. Das interessante beim RDS ist, dass die Personen meist körperlich fit sind und es auch in den Untersuchungen keine auffälligen Befunde gibt.

Es gibt drei verschiedene Typen des RDS:

    • 1. obstipations-dominiertes Colon irritabile (Also meist Verstopfung)
    • 2. diarrhoe-dominiertes Colon irritabile (Also meist Durchfall)
    • 3. alternativer Typ: Schwanken zwischen Verstopfung und Durchfall

Reizdarmsyndrom – Symptome

  • Druckgefühl und krampfartige Schmerzen (meist werden diese besser nach dem Stuhlgang und schlimmer bei psychischen Belastungen)
  • abnormale Stuhlfrequenz, d.h.: Entweder weniger als 3 Mal pro Woche (Verstopfung) oder mehr als 3 Mal pro Tag (Durchfall)
  • abnormale Beschaffenheit des Stuhls (z.B. wässrig, hart, klumpig, schleimig, knödelartig = „Schafskotstuhl“)
  • Probleme beim Stuhlgang, also übermäßiges Pressen notwendig oder danach noch ein Gefühl, dass nicht alles raus ist
  • Blähungen, Völlegefühl, aufgeblähter Bauch, psychischer Stress, Rückenschmerzen, gynäkologische Beschwerden (z.B. Schmerzen beim Sex), erhöhte Harnfrequenz etc.

Interessant ist der psychische Aspekt beim Reizdarmsyndrom: Die Beschwerden sind nachts meist vollkommen weg, die Betroffenen können super schlafen und auch, wenn sie sich ausruhen können und psychisch keine großen Belastungen haben, verbessern sich die Symptome deutlich.

Reizdarmsyndrom – Therapie

Die Therapieformen sind natürlich immer davon abhängig, was der betroffene Mensch für Beschwerden aufzeigt und ob evtl. doch der ein oder andere Nebenbefund aufgetaucht ist. Außerdem spielt immer das Alter und der psychische Zustand der Person eine Rolle. Damit komme ich direkt nochmal zu meiner Bekannten, die auch betroffen WAR. Das Ende der Geschichte ist, dass sie einen Mann kennengelernt hat und die Glückshormone des Verknalltseins alle Symptome verschwinden lassen hat. Das ist kein Scherz! Wenn sie mit ihm Zeit verbracht hat, hatte sie keinerlei Probleme mehr. Da lässt sich viel auf die Psychosomatik schließen oder? 🙂

Allgemeinmedizinische Therapie

Ärzte und Ärztinnen haben tatsächlich kein Schema, was sie hier anwenden könnten. Natürlich empfehlen auch sie eine gesunde Ernährung, viel Kauen und den Verzicht auf Alkohol, Nikotin, kohlensäurehaltige Getränke oder Süßigkeiten. Denn wir alle wissen: Das mag unser Magen-Darm-Trakt gar nicht! Wie bereits schon erwähnt, stellt der psychische Aspekt beim Reizdarmsyndrom eine große Rolle dar. Sind Betroffene offen für dieses Thema, wird ihnen empfohlen, sich psychotherapeutische Hilfe zu holen (Was keine Schande ist Freunde und Freundinnen!)

Alternativmedizinische Therapie

Man kann gar nicht mehr wirklich einteilen, wo das nächste Thema hin gehört, ob zur Allgemeinmedizin oder zur Alternativmedizin. Es gibt eine sogenannte Darm-Hirn-Achse, welche durch den Vagusnerv geschaltet wird. Vom Darm werden seeeeehr viele Infos ans Gehirn weitergeleitet, er updatet unser Hirn also die ganze Zeit. Andersrum, vom Gehirn zum Darm, findet die Info-Weitergabe eher weniger statt. Die Mediziner/-innen und Forscher/-innen sind gerade dabei, dieses Phänomen näher zu beleuchten, was unglaublich cool und spannend ist! Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf die Ergebnisse, die dabei raus kommen werden in den nächsten Jahrzehnten 🙂

Doch weiter mit dem Reizdarmsyndrom und seiner Behandlung:

Reflexzonentherapie

Trockenes Schröpfen kann man auf der passenden Reflexzone am unteren bzw mittleren Rücken. Such Dir hier einen Menschen, der sich mit der Bindegewebsmassage auskennt und Schröpfen kann. Außerdem haben wir noch die sog. Fußreflexzonenmassage. Auch an den Füßen gibt es Zonen, die man behandeln kann, um die Darmaktivität auszugleichen. Auch hier gern einen erfahrenen Menschen beauftragen.

Ernährung

Klar, dass das jetzt kommt oder? Neben den normalen Dingen, wie gesunde Ernährung und gesundes Essverhalten, hier nochmal ein kleiner Tipp: Es gibt sog. FODMAPs. Diese Abkürzung bedeutet „Fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole“. Hört sich kompliziert an, bedeutet aber eigentlich nur, dass diese Nährstoffe nicht ganz vom Dünndarm aufgenommen werden können und deswegen durch Bakterien im Dickdarm fermentiert werden. Diese Fermentierung kann zu den oben genannten Symptomen führen, wenn man empfindlich auf die FODMAPs reagiert. Um eine FODMAP-arme Diät zu starten, unterhalte Dich am Besten mit einem/r Ernährungsberater/-in.

Achtsamkeitstraining

…oder auch Ordnungstherapie. Hier haben wir viele Möglichkeiten, die ausprobiert werden können, ganz ohne Nebenwirkungen. Wer sich schon einmal damit beschäftigt hat, kennt die vielen Möglichkeiten. Man kann seinen seelischen Zustand sehr gut durch Atemtechniken regulieren, durch Meditation, Yoga oder auch Autogenes Training. All diese Dinge sind so oder so gut für uns und ich persönlich finde, dass das ein Schulfach sein sollte, denn: In unserer heutigen Zeit werden Depressionen und Burnout bzw. alle psychosomatischen Symptome immer prominenter. Auch Ärzte und Ärztinnen beschäftigen sich immer mehr mit der Verbindung zwischen Seele und Körper. Also: Wenn Du chronisch gestresst bist, probiere diese Dinge ruhig mal aus! Man kann super Erfahrungen damit machen und viel über sich und seinen seelischen Zustand lernen 🙂

Traditionelle Chinesische Medizin

Hier wird eine Kombination aus Akkupunktur, Qigong und Kräutern angeboten. Es kostet leider immer etwas mehr, aber ich kenne ein paar Menschen, die chronische Beschwerden dadurch bekämpfen konnten. Also gern mal ausprobieren!

Phytotherapie

Bei Obstipation, also Verstopfung, können Leinsamen oder indische Flohsamenschalen helfen. Hiervon jeden Tag ein Teelöffel in Wasser aufquellen lassen und trinken. Sie bilden einen Schleim, der beruhigend auf die Darmschleimhaut wirkt und den Stuhlgang regulieren kann. Bei Blähungen helfen z.B. Pfefferminzblätter, Kümmelfrüchte oder Fenchelfrüchte. Zur Beruhigung von Geist und Körper (hier wieder der psychische Aspekt) kannst Du Baldrianwurzel oder Melissenblätter probieren.

Aromatherapie

Natürlich haben wir auch wieder unsere lieben Öle, die Dir dabei helfen können, Deine Beschwerden in den Griff zu bekommen. Hier bitte immer eine kleine Menge ausprobieren, um zu schauen, wie Dein Körper darauf reagiert! Zur Regulierung von Blähungen oder Krämpfen kann man Pfefferminzöl einnehmen. Ansonsten gibt es noch eine Verdauungsfördernde Mischung, die man in Kapseln zu sich nehmen kann. Weitere Infos hierzu findest Du auf dieser Seite.

Und hier findest Du noch ein Video von der TKK, welches ich sehr informativ finde! Ich hoffe, dass ich ein wenig Licht in das Thema „Reizdarmsyndrom – Definition und Therapie“ bringen konnte.